HANDOUT - Das offizielle Bundeshausfoto 2018

So digital sind die Bundesräte

Von Stefan Barmettler und Bastian Heiniger
am 25.10.2018
Quelle: www.STEMUTZ.com

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Die Schweiz will in der digitalen Welt eine führende Rolle spielen. Ist die Regierung bereit? Der ­«Digital-Check» gibt Aufschluss.

Nein, im Bundesrat ­sitzen wahrlich keine ­Digital Natives. Und mit profundem IT-Wissen ist erst recht niemand ausgestattet. Die digitale Revolution aber schreitet voran. Neue Technologien verändern die Arbeitswelt, bestimmen die Kommunikation, ordnen den Alltag, greifen mehr und mehr in die Freizeit ein. In einer Welt, in der Daten das neue Öl sind und gigantische Tech-Konzerne aus China und den USA zunehmend die Wirtschaft dominieren, hat die Schweiz wenig ent­gegenzusetzen. Eigentlich.

Obwohl sie noch kein weltver­änderndes digitales Produkt lancierte, zählt sie zu den fünf digital wett­bewerbsfähigsten Ländern, wie die aktuelle Rangliste der Lausanner Managerschule IMD zeigt. Und mit dem ­Zuger Crypto Valley ist sie Vorreiterin der Blockchain-Technologie. Doch die Poleposition droht verloren zu gehen. Andere Länder haben unlängst das ­Potenzial erkannt und locken mit ­attraktiven Rahmenbedingungen. 

Diese Herausforderungen warten

Der Bundesrat ist gefordert. Er muss die Bundesverwaltung mit ihren 35'000 Mitarbeitenden auf digitalen Kurs bringen und so die Effizienz steigern. Dazu stehen viele Projekte an, etwa die elektronische Zollabwicklung, das digitale Dienstbüchlein, die Übermittlung der Daten im Strafverfahren zu digitalisieren und schliesslich soll sich der gesamte Behördenverkehr künftig online abwickeln lassen. 

Foto: (KEYSTONE/Lukas Lehmann)
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Die Bewertung

Ausschlaggebend für die Bewertung der Bundesräte ist einerseits die persönliche ­Affinität zum Thema Digitalisierung. Einige Bundesräte wie Alain Berset, Schneider-Ammann oder Ignazio Cassis sind in den sozialen Medien aktiv. Für die Rangfolge entscheidend jedoch ist die berufliche Affinität – das konkrete Wirken. Für beide Sphären hat die «Handelszeitung» Punkte vergeben. Sind es weniger als vier, besteht Optimierungspotenzial. Sind es mehr, schlägt das Herz digital.

Anderseits muss der Bundesrat ­dahin wirken, dass die Schweiz im ­digitalen Wettlauf der Supermächte nicht ins Hintertreffen gerät. Sind unsere Minister bereit dazu? Wie digital sind sie unterwegs? Die «Handels­zeitung» hat einen Digital-Check gemacht.

Das Ergebnis: Der wahre Digitalisierungs-Turbo im Bundeshaus ist keiner der sieben Departementsvorsteher, sondern Bundeskanzler Walter Thurnherr. Der studierte Physiker kann selbst programmieren, mit Freude stürzt er sich in komplexe IT-­Themen. Als digitale Treiber gelten im Bundesrat besonders Doris Leuthard, Johann Schneider-Ammann und Ueli Maurer, der längst auf den Geschmack von Bits und Bytes gekommen ist und am meisten Druck aufsetzt, um die Verwaltung zu digitalisieren. Lesen Sie in den folgenden Kapiteln, wie die Bundesräte abgeschnitten haben: