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Baubranche
Machtkampf bei Implenia sorgt für Kritik

Implenia: Affentranger gewinnt den Machtkampf. Keystone

Implenia-Chef Anton Affentranger hat den Machtkampf beim Baukonzern für sich entschieden – und dem Unternehmen ein Imageproblem eingebrockt.

Von Bernhard Fischer und Marcel Speiser
am 17.02.2016

Das Gerangel zwischen dem letzte Woche per sofort zurückgetretenen Präsidenten Hubert Achermann und Konzernchef Anton Affentranger beim grössten Schweizer Baukonzern Implenia hat dem Unternehmen im Urteil von Experten ein Problem eingebrockt. «Implenia hat ein Reputationsproblem, weil die Gesellschaft ein Corporate-Governance-Problem hat», sagt Wirtschaftsrechtler Peter V. Kunz von der Universität Bern.

«Bei Implenia herrscht offenbar verkehrte Welt», bestätigt ein Anwalt einer grossen Zürcher Wirtschaftskanzlei. «Das Unternehmen beschäftigt einen Konzernchef, dem offenbar ein schwacher Verwaltungsrat gegenüber steht», fügt er hinzu.

«Aktienrechtlich nicht vorgesehen»

Tatsächlich ist es so, dass der Vorsitzender der Geschäftsleitung ausschliesslich vom Verwaltungsrat bestimmt – und allenfalls in die Wüste geschickt wird. «Dass der Verwaltungsrat Affentranger möglicherweise abberufen wollte, wäre völlig legal», fasst Kunz zusammen.

Affentranger hat sich offenbar mithilfe von Grossaktionär Max Rössler letzte Woche erfolgreich gegen eine mögliche Entmachtung gewehrt. Zudem ist mit Ex-CS-Mann Hans-Ulrich Meister ein langjähriger Bekannter von ihm als Nachfolger für das VR-Präsidium vorgeschlagen worden. Aktienrechtler Kunz: «Offensichtlich ist bei Implenia der starke Mann der Konzernchef, was bei einer Publikumsgesellschaft nicht der Fall sein sollte», sagt Kunz.

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