Mazda gehört seit über zehn Jahren zum Ford-Konzern und hat sich vom Sorgenkind zu einer wahren Perle entwickelt. Im vergangenen Geschäftsjahr (31.3.2004 bis 31.3.2005) meldete das Unternehmen einen Rekordgewinn von 433 Mio Dollar (etwa 442 Mio Fr.). Dieser Erfolg geht auf eine Neuorientierung des Modellprogramms zurück, das im Jahr 2000 eingeleitet wurde. Seitdem lancierte die Marke den Mazda 2 und 3, den Mazda 6 und den Sportwagen RX-8 neu.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Damit aber nicht genug. Es folgt jetzt der Mazda 5. Im Herbst ist zudem die Neulancierung des kleinen Sport-Roadsters Mazda MX-5 geplant, und völlig neu in der Produktepipeline ist ein so genannter Crossover, eine Mischung aus Van, Geländewagen und Limousine. Die Japaner können also mit einer sehr modernen Fahrzeugpalette aufwarten, was von der Kundschaft entsprechend positiv registriert worden ist. Im letzten Kalenderjahr verzeichnete die Marke in Europa ein Plus im Verkauf von rund 20% auf 275000 Einheiten. Kein Wunder, dass Steve Cootes, Vice President Marketing Europa, für das laufende Jahr nur ein Ziel kennt: Er will die 300000er-Marke übertreffen. Weltweit steht Mazda heute, was die Produktion 2004 betrifft, mit 1,13 Mio Einheiten gleich hinter BMW immerhin an 15. Stelle. Zwei Jahre zuvor waren lediglich knapp 774000 Fahrzeuge von den Bändern gerollt.

Bequeme Schiebetüren

Ihre Erfolgsstory wollen die Japaner nun mit dem Kompaktvan Mazda 5 fortsetzen, der auf drei Sitzreihen bis zu sieben Personen Platz bietet. Er ersetzt die Modelle Premacy und den grösseren Van, den MPV. Das Zeug dazu, die Marke weiter voranzubringen, hat der Neue ganz sicher. Mit seiner Länge von 4,5 m liegt er zwischen den beiden jetzt in der Produktion eingestellten Modellen. Sein Äusseres wurde zudem im Vergleich zu den beiden Vorgängern gründlich modernisiert. Blickfang sind die keilförmige Karosserieform sowie die grossen, hoch angesetzten Rückleuchten.

Mit den zwei hinteren Schiebetüren weist der neue Mazda zudem eine weitere, praktische Besonderheit auf, erleichtern sie doch das Ein- und Aussteigen auf engen Parkplätzen wesentlich. Zudem schwingt die Heckklappe in zwei Etappen nach oben (180/190 cm), was auch kleineren Personen die Bedienung erleichtert. Es sind solche Kleinigkeiten, die von den Kunden geschätzt werden.

Doch allein das Design und die praktischen Details genügen heute längst nicht mehr, im harten Konkurrenzkampf zu bestehen, schliesslich hat der Mazda 5 gegen so potente Mitbewerber wie die neue B-Klasse von Mercedes oder gegen den Opel Zafira, den Renault Scénic, den VW Touran oder den Ford C-Max anzutreten. Mazda hat deshalb der Gestaltung des Innenraums besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Die hintere dritte Sitzbank lässt sich im Fahrzeugboden versenken, sodass eine ebene Ladefläche entsteht und der Stauraum für Gepäck deutlich auf 426 l (bis Fensterunterkante) vergrössert wird. Nach vorne klappen lässt sich sodann die zweite Sitzreihe, womit ein Stauraum von über 1200 l (wieder gemessen bis Fensterunterkante) entsteht.

Für die Schweiz ist der Mazda 5 vorerst mit zwei Benzin-Aggregaten lieferbar, im Herbst folgen zwei Dieselmotoren (mit Partikelfiltern). Die Preisspanne für die Basisversionen bewegt sich zwischen 28300 und 36900 Fr., was den Mazda 5 zu einem ernstzunehmenden Mitbewerber im weiter wachsenden Segment der Kompaktvans macht.


Nachgefragt: «Mazda ist nicht einfach ein Ford-Ableger»

Jérôme de Haan, Managing Director Mazda (Suisse) SA, Genf, macht deutlich darauf aufmerksam. Zwar gehört die erfolgreiche japanische Marke in den amerikanischen Ford-Konzern, doch auf dem Markt tritt Mazda als harter Konkurrent des Stammhauses auf.

Mazda hat angekündigt, mit einem so genannten Crossover ein für die Marke neues Modellsegment eröffnen zu wollen. Wann ist es so weit? Kürzlich haben wir die ersten Fotos dieses für uns völlig neuen Fahrzeugs, das vorerst noch die Bezeichnung CX-7 trägt, veröffentlicht. Wann es aber auf den Markt kommt, kann ich jetzt noch nicht bekannt geben. Was ich aber verraten kann ist, dass dieses Fahrzeug mit einem Allradantrieb ausgerüstet sein und höchstwahrscheinlich das Modell Tribute ersetzen wird.

Nach der offiziellen Ankündigung und den jetzt von Ihnen gemachten Angaben dürfte aber nicht mehr allzu viel Zeit vergehen, bis der CX-7 auf dem Markt erscheint. Man spricht von einem Zeitpunkt irgendwann 2006. Schlau gefragt, doch die Spekulationen überlasse ich Ihnen.

Mazda gehört zum Ford-Konzern. Wird es der Marke auch in Zukunft möglich sein, unter dem enormen Kostendruck, der auf dem Konzern lastet, ihre Eigenständigkeit zu bewahren? Mazda ist nicht einfach ein Ford-Ableger. Es hat sich erwiesen, dass das so genannte Badging für eine Marke meist nur Nachteile bringt. Man kann nicht einfach dasselbe Modell einmal unter der Marke X und gleichzeitig unter der Marke Y laufen lassen. Das wird von den Kunden nicht akzeptiert. Einige unserer Konkurrenten haben damit schlechte Erfahrungen gemacht. Natürlich benutzen wir innerhalb des Konzerns gleiche Teile und entwickeln Teile und Motoren gemeinsam. Doch vor allem im Karosserie- wie im Innenraumdesign müssen sich die einzelnen Modelle innerhalb des Ford-Konzerns unterscheiden. Und genau diese Strategie verfolgen wir.

Kürzlich hat der Fiat-Importeur sein Hauptquartier von Genf nach Zürich verlegt. Verfolgt Mazda ähnliche Pläne? Nein, wir werden in Genf bleiben. Der Standort Genf ist gegenüber Zürich kein Nachteil. Wir fühlen uns in Genf sehr wohl, und die ganze Atmosphäre in dieser Stadt ist viel lockerer als in Zürich, was für die Geschäftsabwicklung auch kein Nachteil ist.