Gemäss allgemeinem Verständnis erbringt ein Generalunternehmer (GU) sämtliche Bauleistungen für die Errichtung eines Bauwerkes, ist für dessen schlüsselfertige Erstellung verantwortlich, darf dabei Leistungen an Sub- und Nachunternehmer vergeben, ist aber immer der einzige Ansprechpartner für die Bauherrschaft: Für die GU bedeutet dies einen höheren Koordinationsaufwand, ein höheres Risiko – für die Bauherrschaft eine grössere Sicherheit mit höheren Kosten.

Am Anfang stand ein GU-Auftrag

Dass sich aus solch einem GU-Auftrag auch ein ganz neuer Produktionszweig entwickeln kann, zeigt das Beispiel der Medplan Engineering AG, gemeinsam mit der Architechnic-Gruppe Schweiz (Umsatz 180 Mio Fr., bestehend aus ABR + Partner AG Architekten, Schaffhausen, CSF Consulting für Sport und Freizeitanlagen, Schaffhausen Architechnic AG, Generalunternehmung, Schaffhausen, Medplan Engineering AG, Schaffhausen, Aries AT GmbH, Villingen-Schwenningen, Deutschland, SARL Architechnic, Saint Raphael, Frankreich) und ihrem CEO Felix Aries, Schaffhausen: Die Gruppe baut heute weltweit Operationssäle und richtet sie nach den neuesten Kenntnissen der Medizin ein. Angefangen hat alles mit dem Bau eines Schulungs- und Logistikzentrums für die Firma Karl Storz in Tuttlingen, ein deutsches Weltunternehmen, das seit 1945 HNO-Instrumente herstellt, mit denen der Arzt «in den Körper des Patienten blicken kann». Karl Storz hat damit die Entwicklung der modernen Endoskopie wesentlich geprägt. Verantwortlicher Generalunternehmer für den Firmenneubau war die Architechnic-Gruppe Schweiz mit ihrem kreativen Kopf Felix Aries. Er, der erfahrene Architekt und Design-Freak (entwickelt auch heute noch – aus Freude – Designprojekte für Küchen und Bäder, die durch Form und Funktion überzeugen), war absolut begeistert von der Ästhetik der Instrumente und der Technologie dahinter. Und machte sich zur Aufgabe, Operationssäle, Hightech, Raumempfinden, Licht, Materialien, Formen und Farben ganzheitlich zu gestalten.
Mit seiner Idee, nicht nur Instrumente, sondern kompakte Technologien, komplexe Räume oder Einheiten anzubieten, stiess er bei der heutigen Firmeninhaberin der Karl Storz AG, Sybill Storz, auf offene Ohren. Sie, inzwischen mit der Ehrendoktorwürde der medizinischen Fakultät der Universität Tübingen ausgezeichnet, setzt mit ihrem Team ständig neue Massstäbe in neuartigen Operationstechniken und medizinischer Diagnostik.

In die «gute Form verpackt»

Felix Aries entwickelt mit seinen Leuten seinerseits den Rahmen dazu, platziert die Geräte, plant die effizientesten Arbeitsabläufe, verpackt alles in «die gute Form» und schafft in den Räumen eine für Mediziner und Patienten angenehme Atmosphäre. Dass das Konzept stimmt, zeigt die Referenzliste, die neben Europa und im Mittleren Osten auch Projekte in Taiwan, Korea, China und Australien aufweist.
Die kleineren Aufträge darunter befassen sich lediglich mit einem Geräteersatz, der Installation neuer Technologien, den damit verbundenen Verkabelungen. Die grossen Projekte sind der Bau kompletter Operationssäle, inklusive der dazugehörenden Technik.
Als Leitsatz gilt Effizienz und Transparenz. Damit wird sichergestellt, dass während einer Operation alle Beteiligten – egal, an welcher Stelle des Raumes – immer auf dem gleichen Informationsniveau sind, um, ihrem Aufgabengebiet entsprechend, sekundenschnell richtig reagieren zu können.
Aus dieser Philosophie und dem grossen Auftragsvolumen heraus hat sich die Medplan Engineering AG zu einer Generalunternehmung der Bau und Medizintechnik entwickelt und so im Markt positioniert. Der Aufgabenbereich geht vom ersten Gespräch für die Definierung der Anforderungen bis zur schlüsselfertigen Übergabe des Projektes und inklusive – auch das ein Novum – der Einweisung der Nutzerpersonen in die neue Hightech-Welt.

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Interdisziplinäres Team

Der Vielfältigkeit der Aufgaben entsprechend ist auch die Zusammensetzung des Basisteams in Schaffhausen (weitere Teams werden an den jeweiligen Standorten zusammengestellt.): Die 12-köpfige Gruppe rund um Felix Aries besteht aus drei Architektinnen und Architekten, einem Logistiker, einer Krankenschwester, einem Flugzeugingenieur (aus der Flugzeug-Hightechnik lassen sich viele Technologien für den Medizinbereich ableiten), zwei Medizintechnikern und jeweils einer Person in der Bauleitung, Disposition und dem Einkauf. Dieses «schlanke» interdisziplinäre Team ist damit selber vorbildlich in der Zielsetzung, durch hohe Effizienz und Transparenz ein Optimum für den Kunden zu erreichen. In diesem Fall für das Weltunternehmen Karl Storz, schliesslich aber für die Medizin und die Sicherheit der Patienten.

www. medplan.ch

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Zur Firma: Medplan Engineering

Gegründet 2004
Standort Schaffhausen
Umsatz Zwischen 50 und 80 Mio Fr.
Inhaber/Partner Joint Venture zwischen Karl Storz GmbH + Co KG (Deutschland) und Architechnic Holding Schweiz/ABR + Partner Architekten, Schaffhausen
Beschäftigte 12
Tätigkeitsgebiet Konstruktruktion und Renovation bei laufendem Spitalbetrieb;
Planung und Realisation von Workflows (Betrieb, Personal,
Instruktion, Geräte)