Die Luxemburger Luxaviation-Gruppe kauft den in der Schweiz ansässigen Konkurrenten Execujet Aviation. Die Übernahme könnte mehrere Hundertmillionen Euro kosten. Heute Dienstag um 13 Uhr soll der Deal gemäss einem Medienbericht offiziell bekannt gegeben werden.

Auf Anfrage von handelszeitung.ch bestätigte eine Sprecherin von Execujet den Verkauf. Die Übernahme ist damit das nächste Beispiel der starken Konzentration in der Branche seit der globalen Finanzkrise ab 2007. Aus dem Zusammenschluss von Luxaviation und Execujet entsteht der zweitgrösste Business-Jet-Anbieter der Welt.

Schon vier europäische Mitbewerber übernommen

Der Kauf passt in die Strategie der Luxemburger. Luxaviation hat seit 2009 bereits vier europäische Mitbewerber gekauft. Und erst letzte Woche wurde eine Partnerschaft mit dem chinesischen Investment-Fonds Minsheng abgeschlossen, um auch das Geschäft in Asien auszubauen.

Mit den 165 Fliegern von Execujet kommt Luxaviation auf eine Flotte von mehr als 250 Flugzeugen in Asien, Australien, Lateinamerika und Europa. Für Neil Hampson von PWC macht eine solche Konsolidierung der Branche durchaus Sinn. Grössere Betreiber bedeuteten für die Kunden Zugang zu passenderen Flugzeugen, so Hampson zur «Financial Times».

Noch nicht von der Krise erholt

Bis 2019 will Luxaviation laut Konzernchef Patrick Hansen die Flotte auf 500 Flieger ausbauen. Damit käme man bereits in die Nähe des globalen Marktführers Net Jets aus den USA mit heute rund 700 Flugzeugen im Angebot. «Der Kauf ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg», so Hansen. «Mit Execujet kommen wir in die starken Wachstumsmärkte in Asien, Lateinamerika und dem Nahen Osten.»

Laut Niall Olver, Chef von Execujet, hat sich die Business-Fliegerei bis heute nicht von der Krise erholt. «Ohne Konsolidierung wird die Industrie nicht wesentlich vorankommen.»

Operative Unabhängigkeit und Firmenidentität bewahren

Nach Angaben von Execujet werden die Schweizer ihre operative Unabhängigkeit und Firmenidentität auch unter dem neuen Besitzer bewahren. Firmenchef Olver indes wird in die zweite Reihe zurücktreten und künftig nur noch als Berater für die Firma arbeiten. Sein Nachfolger wird Gerrit Basson. Execujet beschäftigt weltweit mehr als 1000 Angestellte.

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