Der Autor des Textes ist nicht irgendwer. Jörg von Uthmann war 23 Jahre lang Diplomat, unter anderem an der deutschen Vertretung bei der Uno, bevor er als Korrespondent der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» nach New York ging. Dort lebte er insgesamt 15 Jahre. Mehrere Bücher schrieb der Jurist über Amerika. Doch nun schrieb er ein paar Sätze zu viel.

Im aktuellen Reiseführer von Merian über New York verfasste von Uthmann unter dem Titel «Mein New York» einen Text über die amerikanische Metropole. «Die grösste Stadt Amerikas hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert: Die Weissen stellen nur noch ein Drittel ihrer Bewohner. Kein Grund zur Sorge: New York ist heute eine der sichersten Grossstädte des Landes», steht da als Einleitung. Die Worte fanden nun den Weg in die Sozialen Medien.

«Berechtigte Kritik am Reiseführer»

Für Merian ist der Schaden angerichtet. «Rassismus» schreit es auf Twitter und Facebook. Die völlig missratene Formulierung – ob als Panne oder gedankenlos ins Heft geraten – erregt die Gemüter. Der Shitstorm ist da. Der Verlag entschuldigte sich inzwischen für das Versehen. «Aktuell gibt es berechtigte Kritik am Reiseführer. Hier wurde eine Formulierung abgedruckt, die wir in dieser Form bedauern», schreibt er in einer Stellungnahme. Weder der Autor noch der Verlag hätten sich rassistisch äussern wollen «Hinter unseren Produkten stecken Menschen und Menschen machen Fehler.»

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Merian weist aber indirekt zugleich alle Schuld von sich. Die Reiseführerreihe Merian Momente erscheine in Lizenz beim Münchner Schwesterverlag Travel House Media.