Die Aktivitäten der Migros in Deutschland zeigen Erfolge. Ende 2012 übernahm die Genossenschaft Zürich die ins Trudeln geratene deutsche Supermarktkette Tegut. Und stellte sie komplett neu auf. Nun erzielt die Kette mit 273 Läden auf operativer Ebene wieder schwarze Zahlen, wie die «Lebensmittelzeitung» schreibt.

Gestiegen war zuletzt auch der Umsatz. So steigerte die Gruppe 2018 ihre Netto-Umsätze um 2,7 Prozent auf 1,035 Milliarden Euro. Tegut ist somit umsatztechnisch wieder im Bereich von 2011 angekommen, und das mit insgesamt 27 Filialen weniger als damals. Auch für das laufende Jahr rechnet der Händler mit einer Umsatzsteigerung.  

In Zürich zeigt man sich erfreut über die Entwicklung der Tochter: «Seit der Übernahme hat Tegut das Filialnetz gestrafft, laufend modernisiert und den Fokus auf das wirtschaftlich vielversprechende Süddeutschland erweitert», sagt Francesco Laratta, Sprecher der Genossenschaft Migros Zürich, zur «Handelszeitung». «So konnte Tegut den Umsatz steigern und die Flächenproduktivität im letzten Jahr um 1,9 Prozent erhöhen.»

Anzeige

Fokus auf Süddeutschland

Vor der Übernahme durch die Migros hatte Tegut besonders nach Ostdeutschland expandiert. Die Geschäfte liefen dort aber unter den Erwartungen. Diesen Kurs korrigierte die Migros. Sie schloss unrentable Filialen, modernisierte an den erfolgreichen Standorten die Läden und setzte dosiert auf Neueröffnungen.  

Seit Frühjahr 2017 verkauft Tegut zudem als erster deutscher Lebensmittelhändler Waren über Amazon.de. «Dank der Zusammenarbeit mit Amazon werden die Produkte und die Tegut-Eigenmarken einem grösseren Publikum auch ausserhalb des eigenen Stammgebiets bekannt und gewinnen an Beliebtheit.» Dabei werden insgesamt 5200 Produkte angeboten, 2000 davon Bio-Lebensmittel.

Zusammenarbeit mit Amazon

Mit Bio erzielt Tegut einen Anteil von 26 Prozent. In Deutschland gilt die Kette als Pionier in diesem Bereich. Nun soll das Filialnetz wieder auf 300 Standorte wachsen. «Ziel ist es, jedes Jahr bis zu zehn neue Märkte ans Netz zu bringen. Das ist ein ambitioniertes, aber durchaus gesundes Tempo für uns», sagt Alexander Wilhelm, Leiter Expansion, Bau und Immobilen zur «Lebensmittelzeitung».

Im Fokus der Expansion liegen die Ballungsgebiete Rhein-Main, Rhein-Neckar und die Grossräumen Stuttgart, Nürnberg und in Zukunft auch München. Nach sechs neuen Märkten im Vorjahr seien 2019 acht in Frankfurt, Heidelberg, Erlangen, Fürth und Stuttgart geplant. In Stuttgart entsteht bereits der fünfte Markt.