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Migros produziert Eigenmarken für Amazon

Das Migros Logo beim Ladeneingang, fotografiert am Samstag, 17. Februar 2018, am Flughafen Zuerich. (KEYSTONE/Melanie Duchene)
Migros-Logo in einer Filiale: Der orange Riese produziert mit M-Industrie jetzt auch für Amazon. Quelle: © KEYSTONE / MELANIE DUCHENE

In der Branche wurde bereits gemutmasst, jetzt bestätigt die Migros: Sie produziert seit vergangenem Jahr Eigenmarken für Amazon.

Von Bastian Heiniger
am 20.02.2019

Dass die Migros einen Deal mit Amazon geschlossen hat, darüber wurde bereits gemunkelt. Nun hat es Walter Huber, Chef von M-Industrie, an der heutigen Bilanzmedienkonferenz bestätigt: Die Migros produziert für Amazon. Seit letztem Jahr.

Konkret sind es diverse Privatlabel-Produkte, hauptsächlich fürs Europageschäft. Welche das sind, will er allerdings nicht sagen. Es handelt sich dabei aber um kundenspezifische Produkte. «Amazon ist ein wachsender Verkaufskanal. Durch die Zusammenarbeit lernen wir diesen besser kennen», sagt Huber zur «Handelszeitung». Das helfe bei Überlegungen für unsere neuen Geschäftsmodelle.

Mit Eigenmarken hat Amazon jüngst in den USA begonnen. Nun hat der US-Konzern in Europa Partner gesucht, um eigene Amazon-Artikel produzieren zu lassen. Amazon hat etwa mit «Happy Belly» eine eigene Kaffee-Marke und mit «find.» eine eigene Fashion- und Kosmetiklinie. 

Grosser Erfolg für M-Industrie

Dass M-Industrie zum Zug kommt, sieht Huber als grossen Erfolg. «Amazon hat äusserst strenge Selektionskriterien.» Das zeige: M-Industrie sei sehr wettbewerbsfähig. Und das als Schweizer Unternehmen. 

Markenprodukte wie etwa Schokolade von Frey oder Café Royal hingegen verkauft die Migros schon seit mehreren Jahren auf AmazonAm Schweizer Markt hat es der Internethändler nach wie vor nicht einfach. Der offizielle Markteintritt lässt weiterhin auf sich warten, aufgrund einer neuen Mehrwertsteuerregelung können Nutzer seit Ende Jahr keine Einkäufe mehr über die US-Seite tätigen. In einem Bereich allerdings baut Amazon in der Schweiz aus: Der US-Riese erweitert hierzulande sein Cloud-Geschäft, vor allem im Bereich Healthcare.

Auch bei der M-Industrie sieht nicht alles rosig aus. Der Umsatz ist im vergangenen Jahr um 1,3 Prozent auf 5,8 Milliarden Franken gesunken. Grund dafür war der Verkauf des Abholgrosshändlers CCA. Ohne den Verkauf wären die Einnahmen um 2,7 Prozent gestiegen.

Zweistelliges Wachstum im Ausland

Schub kam erneut aus dem Ausland, wo die Migros-Industrie zweistellig wuchs. Der Umsatz jenseits der Grenze legt um 10,9 Prozent auf 807 Millionen Franken zu. Wachstumstreiber seien erneut die Sortimente Kosmetik, Kaffeekapseln, Schokolade und Käse gewesen, hiess es. Zudem habe man in Asien mit der Übernahme der südkoreanischen Firma Gowoonsesang Cosmetics die Marktposition gestärkt.

Im Schweizer Markt habe die M-Industrie – bereinigt um den Verkauf von CCA – den Umsatz um 1,5 Prozent auf 5 Milliarden Franken erhöht. Im Geschäft mit der Migros-Gruppe nahm der Umsatz lediglich um 0,8 Prozent auf 4,1 Milliarden Franken zu. Dabei seien die Verkäufe an Denner überproportional hoch ausgefallen.

Die M-Industrie besteht aus 23 Unternehmen in der Schweiz und neun Produktionsbetrieben sowie diversen Handelsplattformen im Ausland. Zu ihr gehören unter anderem der Schokoladenproduzent Frey, die Migros-Backwaren Jowa und die Kosmetikaherstellerin Mibelle Group.

(Mit Material von sda)

 

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