Die Produktionsbetriebe der Migros verkaufen ihre Ware vermehrt ins Ausland. Das ist Teil der Strategie. In Zukunft will die M-Industrie noch weitere Länder erobern, etwa im Nahen Osten oder auch Asien. Zu tief in die Karten blicken lässt sich die M-Industrie aber nicht.

Händler im Nahen Osten könnten interessiert sein an Marmelade, jene in China an Biskuits, Schokolade, Vermicelles oder auch Kosmetik. Zudem sind Schweinefüsse in China eine derart beliebte Delikatesse, dass sie als Fertiggerichte verkauft werden. Die M-Industrie prüfe zur Zeit, welche Strukturen nötig seien, um China auf breiter Front mit Produkten zu beliefern.

Zufrieden mit Frankreich

Treiber im internationalen Geschäften waren bisher aber nebst Kosmetika die Kaffeekapseln. Zufrieden zeigte sich Migros-Industrie-Chef Walter Huber mit der Entwicklung in Frankreich.

Seien die Kapseln in Frankreich gefragt, könne man es auch in anderen Ländern schaffen, etwa Spanien oder Deutschland. Zudem trinken auch die Asiaten vermehrt Kaffee statt Tee. Die M-Manager wittern Morgenluft. Noch ist M-Industrie aber erfolgreicher mit jenen Kapseln, die auch in die Nespresso-Maschinen passen als mit dem selbstentwickelten System.

Internationaler Wachstum

International wuchs die M-Industrie auch dank dem Zukauf der amerikanischen Süssigkeitenherstellerin Sweetworks. Damit konnte M-Industrie die Position in Nordamerika im Schokoladen- und Kaugummi-Markt verbessern.

Insgesamt wuchs das internationale Geschäft um 22 Prozent auf 626 Millionen Franken. Darin eingerechnet sind die Exporte der M-Industrie sowie die Verkäufe von Waren, die im Ausland hergestellt werden. Der Umsatzanteil des internationalen Geschäfts macht inzwischen 10,4 Prozent des Gesamtumsatzes aus (+1,5 Prozentpunkte).

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Migros für Migros

Der Löwenanteil verkaufen die Produktionsbetriebe aber immer noch an die Migros selbst und andere der Migros gehörende Unternehmen. Die Umsätze mit der Migros-Gruppe wurden um 3 Prozent auf 4,39 Mrd. Fr. gesteigert, wie die M-Industrie an der Medienkonferenz in ihrer Bäckerei Jowa am Mittwoch mitteilte.

Zusammen mit den Verkäufen an andere inländische Grossabnehmer in Höhe von 995 Mio Fr. knackte die M-Industrie zum ersten Mal die Grenze von 6 Mrd. Fr. Umsatz. Das sind 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Alle Segmente haben zum Wachstum beigetragen. Der grösste Umsatzanteil kommt von Fleisch, Geflügel und Fischen, gefolgt von Milchprodukten und Käse. Zur M-Industrie gehören 19 Schweizer Produktionsbetriebe wie etwa die Bäckerei Jowa , der Schokoladenhersteller Frey oder der Fleischverarbeiter Micarna sowie fünf Betriebe im Ausland.

Weniger Zucker, weniger Verpackung

Diese Betriebe haben sich auf eine Nachhaltigkeitsstrategie geeinigt. Dies umfasst 40 Einzelziele, die bis 2020 erreicht werden sollen, wie der Nachhaltigkeitsverantwortliche Manfred Bötsch vor den Medien ausführte. Dazu zählen unter anderem die umweltschonende und wassersparende Produktion sowie die Reduktion von Verpackungsmaterial.

Zudem sollen bald überall im Ausland die Schweizer Tierhaltestandards gelten. Die M-Industrie will bei einigen Produkten, etwa Joghurts, noch weniger Zucker verwenden und bei der Schokolade auf die faire Produktion der Rohstoffe achten.

Auch die Ausbildung zählt für die M-Industrie zum nachhaltigen Wirtschaften. Bereits 2014 wurden 17 Prozent mehr Lehrlinge ausgebildet. Die Zahl soll von aktuell 472 auf mindestens 500 steigen im Jahr 2020.

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(sda/ccr)