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Möbelfabrik Fraubrunnen macht nach 104 Jahren dicht

Die Traditions-Möbelfabrik im Kanton Bern gibt auf. 55 Angestellte verlieren die Stelle. Selbst für einen Sozialplan reichte das Geld bei der 104-jährigen Firma nicht mehr.

Veröffentlicht am 16.02.2017

Die Fraubrunnen AG, eine Berner Traditions-Möbelfabrik mit über 100-jähriger Firmengeschichte, schliesst Ende März ihre Tore. 55 Stellen gehen verloren.

Das auf die Fertigung von Wohn- und Schlafraummöbeln spezialisierte Unternehmen hatte bereits im Sommer 2015 einige Stellen abgebaut. Es begründete dies damals mit dem starken Franken, nachdem die Schweizerische Nationalbank im Januar zuvor den Euromindestkurs aufgegeben hatte. Der Absatz stagniere und die Margen sänken.

Produktion eingestellt

Am Donnerstag meldete nun das Regionaljournal Bern Freiburg Wallis von Schweizer Radio SRF, dass das Unternehmen den Betrieb Ende März einstellt. Schon seit Ende Jahr produziert die Firma nicht mehr, wie es auf der Internetseite der Fraubrunnen AG heisst.

Firmenchef André Hofer wird vom Radio mit den Worten zitiert, die Kunden seien nicht mehr bereit, hohe Preise für Möbel zu bezahlen – ausser für Spezialanfertigungen. Eine Neuausrichtung der Firma wäre insofern nötig gewesen. Doch das hätte Investitionen vorausgesetzt.

Kein Sozialplan

Schon die «Solothurner Zeitung» hatte im Dezember die bevorstehende Firmenschliessung vermeldet. Ihr zufolge macht dem Unternehmen auch der Einkaufstourismus, der Internethandel und die Konkurrenz von Anbietern wie Ikea und Conforama zu schaffen. Hofer war für die Nachrichtenagentur sda nicht erreichbar.

Laut Stefan Wüthrich von der Unia Bern-Oberaargau-Emmental gibt es für die 55 Angestellten keinen Sozialplan. Dafür habe das Geld nicht gereicht, sagte der Regionalsekretär auf Anfrage. Die Angestellten seien hingegen konsultiert worden, ob es aus ihrer Sicht Alternativen zur Schliessung gebe. Das ist bei einer Massenentlassung gesetzlich vorgeschrieben.

Nur einzelne haben Anschlusslösung

Doch habe sich angesichts der schwierigen Situation kein Ausweg finden lassen. Die Firmenverantwortlichen hätten sich schliesslich entschieden, das Unternehmen geordnet herunterzufahren, so Wüthrich weiter. Einzelne Angestellte hätten eine Anschlusslösung.

(sda/gku/mbü)
 

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