Seit Monaten ermitteln die beiden US-Finanzaufsichtsbehörden Securities and Exchange Commission (SEC) und Commodity Futures Trading Commission (CFTC) gegen Grossbanken. Der Vorwurf: Bankmitarbeitende sollen unerlaubte Messenger-Dienste wie Whatsapp etwa für die Kommunikation mit Kundinnen und Kunden benutzt haben.

Ins Visier der Aufsichtsbehörden ist auch die UBS geraten. Ende Juli bestätigte die Schweizer Grossbank, mit den US-Behörden in der Angelegenheit zu kooperieren. Wie das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Insider berichtet, ist nun eine Einigung der Behörden mit einer Reihe von Banken absehbar – unter anderem eben der UBS.

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Zu den betroffenen Banken gehören zudem Bank of America, Barclays, Citigroup, Deutsche Bank, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Die untersuchten Banken wollen gemäss dem Bericht in einem Vergleich einräumen, dass ihre Mitarbeitenden durch die Nutzung von persönlichen Messaging-Apps gegen aufsichtsrechtliche Vorschriften verstossen haben. Pro Bank dürften die Bussen rund 200 Millionen Dollar betragen. Die Einigung soll bis zum 30. September, zum Ende des Haushaltsjahres der SEC und der CFTC, bekannt gegeben werden, so das «Wall Street Journal». 

Auch die US-Investmentbank Jefferies und der japanische Finanzkonzern Nomura sollen sich bald mit der SEC und der CFTC einigen. Weil sie aber im Vergleich kleinere Banken sind, drohen ihnen niedrigere Geldbussen. 

Credit Suisse hat Rückstellungen gebildet

Bereits Ende Juli berichtete Bloomberg, dass die Finanzinstitute damit begonnen haben, Rückstellungen vorzunehmen. So auch die Credit Suisse. Die Schweizer Grossbank hatte am Mittwoch einen hohen Verlust für das zweite Quartal kommuniziert. Dabei kündigte sie auch eine Belastung in der Höhe von 200 Millionen Dollar an, die im Zusammenhang mit der Untersuchung steht.

Im Vorfeld der sich jetzt abzeichnenden Einigung wappnete sich auch die Deutsche Bank für die Busse, indem sie noch im Juli ihre Rückstellungen um 165 Millionen Euro erhöht hatte. Die Bank hat bereits reagiert und eine neue Software auf Firmenhandys eingeführt, die Whatsapp-Nachrichten archiviert. Zudem stimmten die Vorstandsmitglieder Gehaltskürzungen von jeweils 75’000 Euro zu.

Verbotene Plattformen in der Finanzbranche

In der Finanzbranche ist es den Mitarbeitenden seit langem untersagt, Geschäfte über nicht genehmigte Plattformen abzuwickeln, um die Vorschriften für die Aufbewahrung von Unterlagen einzuhalten. Allerdings haben die Aufsichtsbehörden mehrere Beispiele dafür gefunden, dass Mitarbeitende über persönliche Konten kommunizierten.

Schon im Dezember einigte sich JPMorgan auf die Zahlung von 200 Millionen Dollar. An diesem Fall orientieren sich nun auch die anstehenden Lösungen für die anderen Grossbanken.

(mth/dob)