Nestlé angelt sich Neymar und Messi. Der Lebensmittel-Gigant aus Vevey VD sponsert ab Januar 2017 den FC Barcelona, wie «Blick» berichtet. Davor haben bereits spanische Medien über das Engagement geschrieben.

Zwei Nestlé-Marken stehen im Fokus: Milo und Nesquik. Milo ist vor allem in Asien, Australien und Südamerika beliebt. Unter der Marke verkauft Nestlé Pulver für Malzgetränke, Frühstücksflocken und Getreidestängel – Zielpublikum sind Kinder und Jugendliche. Weil Milo in weiten Teilen Europas aber nicht auf dem Markt ist, kommt auch Nesquik zum Zug. So etwa in der Schweiz.

Messi auf Milo-Drink

Wie viele Millionen für den Vierjahresvertrag nach Barcelona fliessen, will Nestlé nicht verraten. Gegenüber «Blick» erklärt die Medienstelle. «Es geht uns nicht darum, dass die Fussballer Nesquik trinken. Wir engagieren uns mit unseren Getränken seit Jahrzehnten im Kindersport. Für diese Zwecke werden wir jetzt zusätzlich mit der Marke FC Barcelona werben.» Denkbar sei, dass die Spieler auf den Verpackungen abgebildet würden.

Auf die Leibchen der Katalanen wird es der Schweizer Konzern aber kaum schaffen. Der katalanische Traditionsklub war lange dafür bekannt, sein Trikot kostenlos der UN-Organisation Unicef zur Verfügung zu stellen. Ab 2011 prangerte dann aber das Logo der Qatar Foundation auf den Leibchen von Messi, Neymar und Co.

Mitglieder wollten Katar loswerden

2013 folgte mit dem Schriftzug von Qatar Airways schliesslich die endgültige Abkehr von der Wohltätigkeit. Im Sommer 2017 wird es vom japanischen Internetkonzern Rakuten abgelöst. Die Japaner zahlen dafür knapp 60 Millionen Franken pro Saison.

Beim FC Barcelona stimmen über alle wichtigen Fragen die Mitglieder ab. Kurz vor Weihnachten 2014 hatten sich 47,33 Prozent gegen eine Verlängerung des 2016 auslaufenden Vertrages mit Katar ausgesprochen, nur 34,33 dafür, und das auch nur unter exzellenten ökonomischen Bedingungen.

Goldmine Kundendaten

Das Engagement von Nestlé passt in die jüngsten Bestrebungen des Konzerns, mit Konsumentendaten Geld zu machen. Nestlé will wissen, was die Kunden essen und wie viel sie sich bewegen. Deshalb hat der Konzern in Australien die erfolg­reiche Milo-­Linie um eine App für das Smartphone und ein intelligentes Armband erweitert.

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Dank der App und dem Band sehen die Eltern, ob sich ihr Sprössling genug ­bewegt. Es geht um ein Förderprogramm für Sport. Den gesamten Nutzen entfaltet die App aber erst, wenn eingegeben wird, was der Junior zu sich nimmt.

(ise/gku)