Mindestens sechs neue Hedgefonds werden in diesem Jahr mit einem Volumen von mindestens einer Milliarden Dollar an den Start gehen. Das belegen Daten von Bloomberg. Vergangenes Jahr gab es acht Firmen, die mit einer zehnstelligen Summe in die Hedgefonds-Branche einstiegen. So viele Mega-Startups hat der Markt seit 2005 nicht mehr erlebt, als 13 Fonds 19 Milliarden Dollar eingesammelt hatten.

Angesichts der schwachen Entwicklung einiger Fonds, die seit langem aktiv sind, erhoffen sich viele Investoren von der neuen Generation höhere Erträge. Sie geben ihr Geld an die Startups. Eines wird von Chris Rokos, einst Händler bei Credit Suisse Group AG, geführt. Ein weiterer Fonds kommt von Didric Cederholm, der zuvor in diesen Diensten von Elliott Management Corp. stand.

«Talente früh identifizieren»

«Viele Hedgefonds sind überhaupt nicht gut. Aber wenn man Talente früh identifizieren kann, und wenn sie hungrig sind, dann gibt es das Potenzial für überdurchschnittliche Performance», sagt Adam Blitz, Chef von Evanston Capital Management. Die Firma hat 5,4 Milliarden Dollar in Fonds gesteckt.

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In den vergangenen drei Jahren haben Hedgefonds im Durchschnitt um jährlich 4,6 Prozent zugelegt, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht. Das ist zwar rund dreimal so viel wie der Ertrag von US-amerikanische Staatsanleihen. Der US-Leinindex für Aktien, der Standard & Poor’s 500, schaffte es allerdings auf ein Plus von 18 Prozent.

Teuer und komplex

Mindestens ein grosser Investor, der Pensionsanbieter California Public Employees’ Retirement System, hat bereits angekündigt, Hedgefondsanlagen ganz aufzugeben. Er verwies auf hohe Kosten und Komplexität. University of Texas Investment Management Co., die das Geld der zweitgrössten US-Uni-Stiftung verwaltet, zählt zu einem der grössten Unterstützer der neuen Startups. Die Firma hat bereits zwei Milliarden Dollar in Unternehmen investiert, die nach ihren Angaben zur «nächsten Generation» gehören.

Bei der neuen Runde der Hegdefonds-Manager handelt es sich meist um erfahrene Finanzprofis, die schon viele Jahre für grosse Firmen gearbeitet und sich dort als gute Vermögensverwalter bewiesen haben. Sie sind in der Lage gewesen, grössere Summen einzusammeln, indem sie Zusagen von ein paar wenigen Investoren erhalten haben - ohne dabei jedoch einen Teil ihrer Firmen an die Unterstützer abgeben zu müssen.

Die Rolle der Credit-Suisse-Händler

Rokos hatte einst schon die Hedgefonds-Gesellschaft Brevan Howard Asset Management LLP gemeinsam mit anderen Credit-Suisse-Händlern gegründet, sie aber später verlassen. Bei seiner alten Firma generierte er als Händler mehr als vier Milliarden Dollar. Banker erwarten, dass er beim Start seiner eigenen Firma später in diesem Jahr Milliarden von Dollar einsammeln wird. Brevan wird an seiner Firma, die bislang noch keinen Namen hat, finanziell beteiligt sind.

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Cederholm wiederum startet in diesem Monat Lion Point Capital, wie aus Pflichtmitteilungen an die US-Finanzaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) hervorgeht. Die Firma wird sich auf den Kauf und Verkauf von Aktien, Anleihen, Bank- Krediten und anderen Wertpapieren von Unternehmen konzentrieren, die durch bestimmte Ereignisse wie Restrukturierungen oder auch Pleiten gehen.

Enthusiasmus für neue Fonds

Himanshu Gulati, der neun Jahre lang bei Perry Capital arbeitete, wird derweil im Juli einen Hedgefonds in New York starten. Auch hier geht es um angeschlagene Firmen und Papiere. Der Fonds soll mit einem rund einer Milliarden Dollar schweren Investment der GLG-Sparte von Man Group Plc beginnen, wie Bloomberg von einer informierten Person erfuhr.

Auch in der Vergangenheit haben Investoren schon mit viel Enthusiasmus neue Hedgefonds unterstützt - und wurden am Ende enttäuscht. Arvind Raghunathan, Ex-Chef des weltweiten Arbitrage-Geschäfts bei der Deutschen Bank AG, startete seine Roc Capital Management im Juli 2009, nur um vier Jahre später auf Grund von Verlusten Kapital an Investoren zurückzugeben.

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(bloomberg/gku)