Die wegen der Postauto-Affäre zurückgetretene Susanne Ruoff hatte 51 Prozent Stimmrecht in der Post-Konzernleitung, wie der «SonntagsBlick» berichtet. Ruoff konnte damit das Gremium überstimmen. Bei Cirillo werde das nun nicht mehr so sein. Nach den Vorfällen rund um Postauto sei das Steuerungs- und Regelungssystem im gesamten Konzern überprüft und vereinheitlicht worden, erklärte die Post der Zeitung.

Die neue Regelung werde für die ganze Post gelten und entspreche den üblichen Good-Governance-Standards von anderen Unternehmen. Wenn es hart auf hart kommt, könnten dem Bericht zufolge künftig die anderen acht Konzernleitungsmitglieder den Chef Cirillo bodigen. Ein von der Zeitung zitierter Experte sieht das kritisch: «Wenn die Geschäftsleitung den CEO blockieren kann, ist er ihr ausgeliefert. Ich kenne nicht viele CEOs, die das mitmachen würden», sagte Stefan Michel, Professor für Wirtschaft an der Lausanner Kaderschmiede IMD.