SOZIALE ENGAGEMENTS. Ganz neu sind die heutigen Formen von karitativen Engagements freilich nicht. Bereits 1945 vermachte Hans Wilsdorf, der kinderlose Rolex-Gründer, seine Aktien an der Montres Rolex SA einer gleichnamigen Stiftung. In Abstimmung mit seiner verstorbenen Frau erliess er genaue Vorschriften zur Verteilung der Dividenden, unter anderem auch an wohltätige Institutionen. In diesem Sinne entstand beispielsweise eine Sprachbibliothek für Blinde.

Chopard hilft José Carreras

Chopard, das Genfer Familienunternehmen, unterstützt bereits seit längerer Zeit die Leukämie-Stiftung von José Carreras. Zuwendungen erhalten auch die Elton John Aids-Stiftung und The Prince’s Foundation des britischen Thronfolgers, ein Förderprogramm zur Verbesserung der Lebensqualität durch zeitlose und ökologische Formen der Gebäudeplanung, -gestaltung und -errichtung.

IWC will die Umwelt verbessern

Die Auffassung, dass die Tage des rücksichtslosen Umgangs mit der Umwelt gezählt sind, teilt IWC-CEO Georges Kern mit dem Abenteurer und Umweltschützer David de Rothschild, der 2005 die Adventure Ecology-Organisation ins Leben rief. Georges Kern: «IWC betreibt eine nachvollziehbar sozialverantwortliche Unternehmenspolitik. Unser neues Firmengebäude in Schaffhausen konsumiert ein Minimum an Energie, emittiert daher auch sehr viel weniger Kohlendioxid. Dazu passt unsere Kooperation mit David de Rothschild.» Der möchte spannende Abenteuer mit Ausbildungsprogrammen und bildenden Künsten zusammenführen, um so auf evidente Umweltprobleme hinweisen und das Interesse der Weltbevölkerung auf diese lenken zu können. De Rothschild: «Zu diesem Zweck werden wir ungewöhnliche Expeditionen zusammen mit Künstlern und Fotografen veranstalten. Deren Eindrücke sollen ein öffentliches Bewusstsein erzeugen. Unser langfristiges Ziel besteht darin, jedem Kind in der Schule die Fakten vor Augen und Ohren zu führen.» Als praktikablen Weg sieht David de Rothschild «Edutainment», eine neue Form von National Geographic. Das nächste Grossprojekt namens «Plastiki» ist bereits in Planung. Dabei möchten er und sein Team mit Unterstützung der IWC, die 2003 auch die Cousteau Society und deren Expeditionsschiff unterstützt hatte, zum sogenannten Eastern Garbage Patch – dem «Kehrichtplatz des Ostens» – segeln. So wurde eine Region im Pazifischen Ozean getauft, wo sich infolge von Meeresströmungen über eine Distanz von rund 10000 km und einer fast zweimal so grossen Fläche wie Texas riesige Plastikmengen ansammeln. De Rotschilds innovatives Gefährt besteht aus weggeworfenen und durch ein intelligentes Design gebündelten Plastikflaschen. Den Vortrieb liefert der Wind mit Hilfe eines neuartigen Segels.In seinem «Handbuch für das Überleben angesichts der Klimaerwärmung» hat der britische Umweltschützer übrigens 77 Tipps für einen umweltverträglichen Lebensstil aufgelistet. Der studierte Naturheilkundler, welcher auch die Live-Earth-Konzerte des Nobelpreisträgers Al Gore unterstützt, ist sich anderseits der Tatsache bewusst, dass seine Aktionen allein die Welt nicht retten können. «Ich sehe meinen Auftrag darin, eine Stimme zu schaffen. Und ich bin überzeugt, dass jeder Einzelne und jedes Unternehmen die Möglichkeit und die Verantwortung haben, die Klimaerwärmung zu bekämpfen.» Georges Kern sekundiert: «Mit unserer Unterstützung von Adventure Ecology öffnen wir ein weiteres Fenster zur Welt. Wir ermöglichen es Menschen, sich an Umweltaktionen zu beteiligen.»

Anzeige

Audemars hat Zeit für Bäume

Seit 1972 ist die Royal Oak das unangefochtene Leadermodell von Audemars Piguet. In Anlehnung an die berühmte «königliche Eiche» hatte die Manufaktur 1992 die Stiftung Time for the Trees ins Leben gerufen, welche heute als Audemars Piguet Foundation firmiert. Das Non-Profit-Unternehmen nach Schweizer Recht kooperiert unter anderem eng mit spezialisierten Organisationen zum Schutz der Wälder. Ausserdem beteiligt es sich an Wiederaufforstungsprojekten in der ganzen Welt. Unterstützt wird auch die Clinton Foundation. «Wir glauben, dass Audemars Piguet und die Clinton Foundation gemeinsame Werte hinsichtlich Innovation und Exzellenz teilen», verkündete Georges-Henri Meylan Mitte Oktober 2007 in New York. Gleichzeitig gab der CEO von Audemars Piguet eine Zusammenarbeit mit der Stiftung des populären Ex-Präsidenten der USA bekannt. «Audemars Piguet ist sehr stolz darauf, der Stiftung in den kommenden Jahren beim Erreichen ihrer ambitionierten Ziele helfen zu können», ergänzte der CEO. Und Meylan weiter: «Mit unserer Partnerschaft verknüpft sind die Lancierung einer einzigartigen Uhrenkollektion und eine Spende von 3 Mio Dollar zum Schutz der Umwelt.» Bill Clinton bedankte sich mit folgenden Worten: «Meine Stiftung arbeitet rund um den Globus, um einige der drängendsten Probleme substanziell und vor allem nachhaltig messbar beeinflussen zu können. Dazu gehören HIV/Aids, die globale Klimaerwärmung, Armut und die epidemische Fettleibigkeit von Kindern in den USA. Alleine können wird das alles nicht schaffen.»

Hublot bietet Hilfe zur Selbsthilfe

Rührende Worte des Dankes, begleitet von Tränen, fand auch Viviane Senna, die Schwester des legendären, tödlich verunfallten Formel-1-Idols Ayrton. «1994, zwei Monate vor seinem Tod, sagte er zu mir, dass er brasilianischen Kindern helfen wolle. Und er fragte mich, was wir tun könnten.» Der Impuls zeigte Wirkung. Inzwischen gehört das Instituto Ayrton Senna zu den wichtigsten Wohltätigkeitsorganisationen im riesigen Flächenstaat Brasilien, welcher im internationalen Human Development Index der Vereinten Nationen nur den 69. Rang einnimmt. Der mässige Entwicklungsstand erschüttert umso mehr, als sich Brasilien im Ranking der internationalen Wirtschaftsmächte auf dem 14. Platz befindet. «Deshalb wollten und mussten wir helfen», begründet Viviane Senna die Intentionen der Familienstiftung, welche sich der Erziehung und Bildung von Kindern und jungen Menschen verschrieben hat. Viviane Senna: «Wir selbst definieren, was wir wo und wie tun. Und wir lassen uns von niemandem etwas diktieren. Wir leisten keine Hilfe für staatliche Projekte und wir lassen uns auch vom Staat nicht unterstützen. Nur so bleiben wir wirklich unabhängig.» Die Zahlen des Instituto Ayrton Senna, das als weltweit einzige nichtstaatliche Institution den Titel Chair of Human Education and Development innerhalb des Unesco-Netzwerks erhielt, belegen umfassende Erfolge im steten Bemühen, benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu Bildung und beruflichen Chancen zu verhelfen. Seit 1994 wurden umgerechnet gut 90 Mio Dollar aufgewendet, um mehr als 7,8 Mio Bedürftigen Support zu offerieren. Das Instituto arbeitet mit mehr als 410000 qualifizierten Erziehern und 10670 Bildungseinrichtungen in 1360 brasilianischen Städten zusammen. Senna: «Unsere Intention ist es, armen Kindern die gleiche Bildungsqualität zukommen zu lassen wie reichen. Dazu bilden wir Lehrer aus, entwickeln wir geeignete Lehr- und Lernmittel.» Diesem hehren Zweck lässt Hublot seine Unterstützung zukommen. «Der höchste Luxus besteht im Teilen. Im Teilen unserer Gefühle, unserer Freude, unserer Liebe und natürlich auch unseres Erfolgs. Wir sind froh und stolz zugleich, unsere positiven wirtschaftlichen Resultate mit dem Instituto Ayrton Senna teilen zu können», sagt Hublots Chef Jean-Claude Biver. Das geschieht 2007 durch die auf 1000 Exemplare limitierte Edition eines Ayrton-Senna-Chronographen, von dessen Verkaufserlös dem Instituto insgesamt 250000 Euro zufliessen. An einer Fortsetzung wird schon gearbeitet. Die ersten 50 Stück der Senna-Uhr wurden am GP von Brasilien allesamt verkauft.

Anzeige

TAG Heuer weiss: Promis helfen

Die Auffassung, dass Kinder unsere Zukunft sind, teilt auch TAG-Heuer-CEO Jean-Christophe Babin. Ihm gelang es, einen multikulturellen Kreis 28 aussergewöhnlicher Frauen und Männer für das nicht minder ungewöhnliche Projekt Dream Machines driven by Generous Hearts zu gewinnen. Das Elite-Team aus 20 verschiedenen Ländern, darunter die Formel-1-Piloten Fernando Alonso, Lewis Hamilton, David Coulthard, Sébastien Bourdais und Mattias Ekström sowie an-dere Grössen aus Kunst, Sport und Wirtschaft, posierte ohne Honorar am Steuer schnittiger GT-Boliden für Top-Fotografen. Die so entstandenen Bilder fül-len unter anderem eine Ausstellung und einen limitierten Bildband. Der Erlös kommt Save the Children zugute, einem unabhängigen Kinderhilfswerk, das sich für die Rechte von Kindern in mehr als 100 Ländern dieser Erde einsetzt. Gefördert werden Freizeit- und Sportprojekte rund um den Globus, bei denen Kinder Gelegenheit zum Lernen, Spielen und zur individuellen Entwicklung erhalten. Keine Frage: Dream Machines driven by Generous Hearts ist ganz eindeutig auf TAG Heuer zugeschnitten, den Trendsetter für Luxusuhren im Motorsport. «Erfolg ist wertlos, wenn er nicht auch denen zugute kommt, die vom Glück weniger begünstigt sind», konstatierte Jean-Christophe Babin im Zusammenhang mit der Ausstellungseröffnung. Und weiter: «Weil so einfache und natürliche Dinge wie Lachen, Rennen, Spasshaben und das Erzielen körperlicher und geistiger Höchstleistungen mit Selbstvertrauen und Teamgeist Rechte aller Kinder sind, hat TAG Heuer beschlossen, Save The Children bei seinen Sport- und Spielprogrammen zu unterstützen. Wir wollen es bedürftigen Kindern ermöglichen, zu gedeihen und ihre Erfüllung durch Sport zu finden.»

Anzeige