In einem Novartis-Werk wurden möglicherweise harmlose Schmerzmittel mit rezeptpflichtigen Arzneien auf Morphiumbasis vermischt, was zu einem peinlichen Rückruf führte. Das könnte Umsatzausfälle von mehr als 500 Millionen Dollar verursachen. Darüber hinaus sind drei andere Fabriken in Nordamerika ins Visier der Aufsichtsbehörde FDA geraten.

Die Inspektoren kritisierten unter anderem mangelhafte hygienische Zustände bei der Medikamentenherstellung. Vor Monatsfrist hat die FDA Novartis-Chef Joe Jimenez deshalb eine scharf formulierte Abmahnung zugestellt. Darin wird unverholen mit rechtlichen Schritten gedroht, sollte Novartis die mangelhaften Zustände nicht umgehend korrigieren. FDA-Mann Steven Lynn macht Jimenez klar, dass seine Behörde «ohne weitere Warnung» die Justiz einschalten könnte.

Auf seinem internen Blog bezeichnet Jimenez den «Warning Letter» als «enttäuschend». Er sorgt sich um den guten Ruf des Unternehmens: «Auch wenn nur eine einzelne Fabrik von uns ein Qualitätsproblem hat, beeinflusst das den ganzen Konzern. Wir müssen wachsam sein.» Jimenez hat die Produktionspannen zur Chefsache erklärt: «Ich werde die Verbesserungsmassnahmen und deren Umsetzung persönlich überwachen.»

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