Ritalin und andere Präparate zur Behandlung von ADHS werden je länger, je mehr auch von über 30-Jährigen geschluckt. Das belegen neuste Zahlen der Krankenkasse Helsana, die der «Handelszeitung» exklusiv vorliegen. Demnach hat sich innert vier Jahren schweizweit nicht nur der Anteil der Stoff-Bezüger zwischen 31 und 65 Jahren um 58 Prozent erhöht.

Stark gestiegen ist auch die konsumierte Wirkstoff-Menge. Lag sie pro Person im Jahr 2006 über alle Altersklassen hinweg noch bei 5560 Miligramm, waren es 2009 bereits 6270 Milligramm, also über 12 Prozent mehr. Dabei gilt gemäss Helsana-Arzt und Studienverfasser René Kühne: «Je älter der Betroffene, desto mehr bezieht er.»

Die Industrie hat auf die Entwicklung schon reagiert. So vermarktet Novartis neben seinem Kassenschlager Ritalin neu auch Focalin. Das Präparat ist – anders als sein Original – seit November 2010 in der Schweiz auch für Erwachsene zugelassen. Jedem Arzt steht es wegen der Kurierfreiheit aber frei, seinem Patienten weiterhin Ritalin zu verschreiben. Für Novartis lohnt sich das Geschäft so oder so: Der Konzern setzte mit Ritalin/Focalin letztes Jahr 464 Millionen Dollar um. (rcv)

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