Eine private Finanzplanung hilft, die einzelnen Fragen aus Vermögensanlage sowie Recht, Steuern und Vorsorge zu koordinieren. Die Privatperson erhält einen Überblick über die eigene Gesamtsituation. Die Optimierung der einzelnen Vermögensbereiche wird professionell geplant. Eine private Finanzplanung bildet schliesslich auch die Basis für eine längerfristige Vermögensstrategie.

Zeitpunkt für eine Planung

Grundsätzlich richtet sich der ideale Zeitpunkt für eine Planung nach den individuellen Bedürfnissen und der persönlichen Situation. Allerdings steht meist ab dem 30. Altersjahr die persönliche Risikovorsorge im Zentrum. Diese Fragen werden durch eine private Vorsorgeanalyse abgedeckt. Im Gegensatz zur Finanzplanung wird bei einer Vorsorgeanalyse lediglich die Risikodeckung bei Tod, kurzfristiger Erwerbsunfähigkeit oder Invalidität geprüft. Die Vermögensentwicklung sowie Steuerfragen sind meist nicht Teil einer Vorsorgeanalyse.

Rund 10 bis 15 Jahre vor der Pensionierung ist die Einkommens- und Vermögenssituation in der Regel am idealsten für eine umfassende Planung. Je nach persönlicher Situation können sich private Finanzplanungen selbstverständlich auch etwas früher oder auch später lohnen (siehe Tabelle).

Ausgabenbudget

Für jedes Unternehmen ist es selbstverständlich, dass man die finanzielle Entwicklung zumindest einmal jährlich überprüft und plant. Nur die wenigsten Privatpersonen kennen aber ihre Ausgabensituation oder sind sich ihrer möglichen Optimierungen bewusst. Wichtigste Positionen des Ausgabenbudgets bilden in der Regel die Lebenshaltungskosten, Vorsorgebeiträge, Mietkosten, Hypothekarzinsen und die Steuerbelastung. Meist ist es jedoch das Aufaddieren der kleinen Ausgaben, die sich zum grossen Budgetposten Lebenshaltungskosten summieren. Damit die einzelnen kleineren Positionen nicht vergessen werden, helfen zahlreiche Budgetrechner weiter (zum Beispiel das Schema der Budgetberatung Schweiz unter www.budget-beratung.ch).

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Wichtig ist auch, ausserordentliche Ausgaben vollständig einzuplanen: Positionen für die Ausbildung der Kinder, für Renovationsarbeiten an der Liegenschaft, die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs oder für die geplante grosse Weltreise sind nicht zu vergessen. Im Hinblick auf die bevorstehende Pensionierung stellt sich zudem die Frage, ob nach der Erwerbsaufgabe weniger oder mehr Ausgaben anstehen. Meist wird von gleichbleibender Ausgabenbelastung ausgegangen. Allenfalls reduzieren sich die periodischen Steuern (v.a. bei einem Kapitalbezug). Bei einer frühzeitigen Pensionierung sollten schliesslich auch die AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige nicht vergessen werden. Diese können jährlich bis zu 10100 Fr. pro Person ausmachen.

Eine private Finanzplanung dient dazu, den gezielten Vermögensaufbau zu fördern und eine langfristige Steuer- und Vermögensoptimierung anzustreben.

Interessen offenlegen

Die wichtigsten Anbieter von Finanzplanungen sind Versicherungen, Banken, Treuhänder oder selbstständige Finanzplaner. Wichtig bei einer privaten Finanzplanung ist, dass der Berater die notwendige Neutralität und Objektivität zeigt. Banken und Versicherungen sind in ihre Beratung meist günstiger, da sie sich in der Umsetzung von Plänen zusätzliche Verdienstmöglichkeiten erhoffen. Dies muss nicht unbedingt bedeuten, dass hier keine neutrale Beratung angeboten wird. Auch sogenannt unabhängige Anbieter kassieren oft Rückvergütungen von Produktanbietern. Hier gilt es die Interessen am Anfang der Beratung klar offenzulegen. Die billigste Beratung ist meistens nicht die optimalste.

Eine private Finanzplanung gibt Ihnen die Basis für eine ganzheitliche und langfristige Begleitung Ihrer Vermögensfragen. Die Planung kann Ihnen unter anderem folgende Fragen beantworten:

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Kann ich meine Vermögensanlage noch optimieren?

Soll ich meine Hypotheken abbezahlen oder aufstocken?

Nutze ich alle steuerlichen Möglichkeiten?

Ist meine Risikovorsorge genügend?

Ist meine Altersvorsorge genügend?

Soll ich nach meiner Erwerbsaufgabe das Vorsorgekapital als Rente oder Kapital beziehen?

Wie kann ich meine Vorsorge verbessern?

Wie finanziere ich meine Ausgaben im Alter?

Eine private Finanzplanung kann mindestens Ihre bisherige Einschätzung bestätigen und Ihnen mehr Sicherheit in Vermögensfragen geben. In den meisten Fällen ergeben sich durch die Planung noch viele Optimierungsmöglichkeiten, die das Honorar für die Planung regelmässig wert sind. Schliesslich bildet eine private Finanzplanung auch eine gute Grundlage für eine umfassende Ehegüter- und Erbrechtsregelung.