Die Betreiber von Flurförderzeugen streben eine grösstmögliche Verfügbarkeit ihrer Flotten zu optimierten Kosten an. Modernes Flottenmanagement hat dies mit dem richtigen Mix aus Technologie und Produkten, Dienstleistungen, Kompetenz und Qualität sowie Management und Organisation sicherzustellen. Dabei geht der Trend in Richtung integrierter Outsourcing-Lösungen.

Betrachtet man die Marktentwicklungen auf dem Gebiet des Flottenmanagements für Flurförderzeuge in den letzten Jahren, fallen verschiedene Trends auf. Zunehmend setzt sich die Erkenntnis durch, dass die noch immer weit verbreitete Konzentration auf Beschaffungspreise beim Einkauf viel zu kurz greift. Die Anschaffungskosten machen - Amortisation und Verzinsung inklusive - letztlich nur etwa 15 Prozent der Gesamtkosten eines Fahrzeugs über die Lebensdauer aus. Kosten für Instandhaltung, Energie und vor allem Personal fallen deutlich stärker ins Gewicht. Deshalb nehmen gesamtheitliche Kostenbetrachtungen nach dem TCO-Konzept (TCO = Total Cost of Operation) eindeutig zu.

Dabei gilt es für die Anbieter, den Anforderungen ihrer Kunden an Flexibilitätskonzepte Rechnung zu tragen. Saisonale und konjunkturelle Spitzen, kurzfristige Zusatzaufträge oder auch der Wegfall von Aufträgen haben Einfluss auf die Dimensionierung von Staplerflotten. Denn die eingangs erwähnten optimierten Kosten erfordern eine optimale Kapazitätsauslastung.

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Länderübergreifendes Outsourcing

Ein Flottenmanagement geht mittlerweile deutlich über die standortbezogene Fuhrparkverwaltung hinaus. Die gesamtheitliche Bewirtschaftung auf nationaler Ebene ist schon fast Standard, zunehmend kommen internationale Dimensionen ins Spiel. Schliesslich macht es für international tätige Konzerne wenig Sinn, beispielsweise in der Schweiz neue Stapler zu beschaffen, wenn in einem anderen Land Fahrzeuge vorhanden sind, aber nicht genutzt werden. Erste Projekte, bei denen der Fahrzeugeinsatz länderübergreifend durch einen Outsourcingpartner gemanagt wird, sind bereits Realität.

Die gestiegenen Anforderungen hinsichtlich Produkte- und Arbeitssicherheit sowie die sich daraus ergebenden Haftungsfragen haben dazu geführt, dass sich viele Unternehmen die Frage stellen, wer denn sicherstellt und auch die Verantwortung dafür übernimmt, dass durch den Betrieb von Staplerflotten keine Sicherheitsrisiken mit unkalkulierbaren Folgen entstehen. Flottenmanagement für Flurförderzeuge ist eine komplexe Angelegenheit geworden.

Optimierungspotenziale heben

Kein Wunder also, dass klassische Mehrmarkenstrategien bei der Beschaffung zunehmend durch die Konzentration auf einen bis maximal drei strategische, externe Partner ersetzt werden; und auch keine Überraschung ist die Tatsache, dass bei echter TCO-Betrachtung viele Betreiber - vor allem bei mittelgrossen und grossen Flotten - zum Schluss kommen, dass Outsourcing des Flottenmanagements nach dem Prinzip «Nutzen statt besitzen» die wirtschaftlichste Variante ist.

Modernes Flottenmanagement beginnt in der Beschaffungsphase mit einer sorgfältigen Materialflussanalyse und der daraus folgenden Flottenoptimierung. Es gilt, die richtige Anzahl von Fahrzeugen, die richtigen Fahrzeugtypen und die optimale Nutzungsdauer festzulegen. Werden dabei auch die Optimierung logistischer Abläufe und die Betriebsbedingungen mit einbezogen, sind Kosteneinsparungen von 20 bis 30 Prozent in der Praxis keine Seltenheit, bevor überhaupt irgendwelche Preisverhandlungen stattgefunden haben. Anschliessend gilt es, die jeweils «richtigen» Finanzierungs- und Unterhaltskonzepte für die Flotte festzulegen.

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Auf der Finanzierungsseite werden am Markt in jeweils verschiedenen Spielarten die Varianten Kauf, Leasing und Rental angeboten, während auf der Unterhaltsseite und im Zusammenspiel mit der gewählten Finanzierungsart die Varianten Sicherheitscheck, Wartungsvertrag und Full-Service-/Rental-Lösung im Vordergrund stehen. Das Rentalkonzept ist eine integrierte Lösung für die langfristige Nutzung mit Laufzeiten zwischen 36 und 71 Monaten.

Dabei schliessen Betreiber und Anbieter einen langfristigen Nutzungsvertrag mit monatlich fixer Rate für Finanzierung und Unterhalt ab. Der Unterhalt umfasst die komplette Instandhaltung im Sinne von Artikel 32b VUV und EKAS-Richtlinie 6512, wobei der Anbieter jederzeitige Verfügbarkeit und Sicherheit der Flotte gewährleisten muss. Die Finanzierung wird heute direkt durch den Anbieter sichergestellt, sodass komplizierte Dreiecks-Vertragsmodelle mit entsprechendem administrativen Aufwand der Vergangenheit angehören.

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Optionale Module mit Flexibilitätsklauseln bezüglich Laufzeit und Betriebsstundenintensität stellen sicher, dass geänderten Einsatzbedingungen und Kapazitätsbedürfnissen über die Laufzeit Rechnung getragen wird. Auf Wunsch können auch Versicherungslösungen für Unfälle und Gewaltschäden sowie Sale-and-Lease-Back-Konzepte für bestehende Teilflotten integriert werden.

Letzteres ist besonders bei Flotten mit stark unterschiedlichen Altersstrukturen von Interesse, etwa wenn bestimmte Standorte oder Betriebsteile eher junge Flotten aufweisen, während andere eher über ältere Fahrzeuge verfügen.

Die Vorteile des Rental-Konzepts für den Betreiber liegen in Produktivität, Verfügbarkeit und Sicherheit der Flotte bei gleichzeitiger Flexibilität für sich ändernde qualitative und quantitative Kapazitätsanforderungen. Hinzu kommen Kostensicherheit und -transparenz sowie geringe beziehungsweise keine Kapitalbindung mit entsprechenden bilanz- und steuertechnischen Vorteilen. Schliesslich entfällt beim Betreiber ein oftmals kosten-mässig unterschätzter, aber in Tat und Wahrheit erheblicher administrativer Aufwand, was die Konzentration auf das Kerngeschäft erleichtert. Neben der «Königsdisziplin» Rental-Konzept existieren in der Praxis - abgestimmt auf die jeweiligen konkreten Bedürfnisse des Betreibers - eine Vielzahl von weiteren Modellen für das Flottenmanagement, deren Vor- und Nachteile im Beschaffungsfall sorgfältig gegeneinander abzuwägen sind.

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