BILANZ: Peach Property ist erst der zweite echte Börsengang in diesem Jahr. Erreichten Sie damit Ihre Ziele?

Thomas Wolfensberger: Ja. Das war im aktuellen Marktumfeld nicht selbstver-ständ­lich. Der Börsengang erlaubt es Peach, ­ihre Projekte schneller umzusetzen.

Sie haben über die Börse 51 Millionen Franken beschafft. Was tun Sie damit?

Wir haben im Moment 14 Projekte mit einer Fläche von rund 87000 Quadrat­metern. Darüber hinaus gibt es eine Pipeline mit Projekten über weitere 400000 Quadratmeter. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, haben wir mit dem Börsengeld unser Eigenkapital gestärkt.

Sie hätten auch günstige Kredite ­aufnehmen können.

Die Finanzierung der bestehenden 14 Projekte wäre auch ohne Börsengang möglich gewesen. Peach Property hat ihre Projekte immer aus verschiedenen Quellen finanziert: mit Eigenkapital, Krediten oder Zwischenformen. Der Eigenkapitalanteil zum Marktwert ist etwa 50 Prozent.

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Wieso also der Börsengang?

Einerseits um das weitere Wachstum zu ­finanzieren. Andererseits um die Transparenz zu erhöhen. Zugleich können die Anleger durch den Börsengang direkt an der Entwicklung unserer Firma teilhaben.

Wie profitierten die Altaktionäre vom Börsengang?

Die Familie Wolfensberger bleibt voll inves­tiert, die Aktien des Managements sind die nächsten zwei Jahre blockiert. Ein Aktionär gab rund 290000 Aktien ab, um ein Darlehen zurückzuzahlen. Die ­Anteile der Altaktionäre bleiben bei rund 50 Prozent.

Der Ausgabepreis ist deutlich höher als der Substanzwert der Aktien. Womit lässt sich diese Prämie rechtfertigen?

Dies ist nur auf den ersten Blick so. Wir müssen unsere Immobilien nach IFRS zu Anschaffungskosten bilanzieren. Zu Marktwerten hingegen, wie sonst bei Immobilienfirmen üblich, ist der Substanzwert deutlich höher als der Ausgabepreis der Aktien. Der klare Fokus auf die Entwicklung und Vermarktung von luxuriösem Wohneigentum gibt Peach Property ein einzigartiges Profil und ermöglicht eine ausserordentlich hohe Wertschöpfung. Die Marge unserer Transaktionen liegt bei über 20 Prozent. Der Gewinn pro Mitarbeiter erreicht mehr als 500000 Franken.

An der Werthaltigkeit einiger deutscher Projekte wird gezweifelt. Welche Risi­ken gehen Peach-Property-Anleger ein?

Das Risikomanagement ist einer der wichtigsten Bestandteile unseres Geschäfts­modells. Jedes Projekt wird vor dem Investitionsentscheid minutiös geprüft, und die Prüfung wird regelmässig wiederholt. Die überdurchschnittlichen Margen, die wir in unseren Projekten erzielen, sind ein guter Gradmesser für ihre Werthaltigkeit. In nur eineinhalb Jahren stiegen wir so zur Nummer zwei bei der Entwicklung luxuriösen Wohneigentums in Deutschland auf.

Was unterscheidet Sie von einer ­Immobilienfirma?

Wir decken bei der Entwicklung von Luxuswohnungen die ganze Wertschöpfungs­kette ab, vom Kauf der Grundstücke bis zum Verkauf der Wohnungen. Die Bau­arbeit selbst vergeben wir an Generalunternehmen. Peach Property hat 34 Mitarbeiter, darunter 12 Architekten. Unsere Fachleute begleiten die Projekte vom Planen bis zum Realisieren. Das kann bis zur Inneneinrichtung gehen, etwa beim Projekt Yoo in Berlin, wo wir mit Designer Philippe Starck zusammenarbeiten.

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Wie lang arbeiten Sie an einem Projekt?

Durchschnittlich drei Jahre. Es gibt Projekte, die sich in einem Jahr realisieren ­lassen, und solche, die fünf Jahre dauern.

Wer kauft diese Wohnungen?

In Europa leben etwa drei Millionen Vermögensmillionäre, davon rund eine Million in Deutschland und eine viertel Mil­lion in der Schweiz. Das ist unsere Zielkundschaft. Rund die Hälfte der Kunden stammt aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Grössere Märkte sind auch England und Italien. In der Schweiz sind die Kunden zur einen Hälfte Schweizer, zur andern in der Schweiz niedergelassene Bür­ger primär aus der Europäischen Union.

Ihre Website ist ins Englische und ins Russische übersetzt.

Der Aufwand für die Übersetzung ins Russische war gering. Russland zählt aber nicht zu unseren primären Zielmärkten.

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Was treibt die Nachfrage an?

Die Urbanisierung. Viele wohlhabende Kunden suchen die Nähe zu Städten, damit sie die Vorteile wie die Mobilität oder das kulturelle Angebot nutzen können.

Sie finden den Markt nicht überhitzt?

Rund um den Zürichsee sind in den letzten fünf Jahren 620 Wohnobjekte zu Preisen von über 1,6 Millionen Franken ver­kauft worden. Wir beobachten, dass sich die Preise seit drei Jahren flach ent­wickeln, sie dürften wegen der knappen guten Lagen noch steigen. Im Vergleich zu London sind die Preise moderat. Denn die Lex Koller, die den Immobilienkauf durch Ausländer einschränkt, dämpft die Preise.

Ihre Objekte liegen vor allem an Gewässern. Was macht die Lage so attraktiv?

Die Eigentümer profitieren von der ­hohen Lebensqualität, die durch unsere Wohnun­gen in Kombination mit dem Sport- und Naherholungsangebot noch einmal gesteigert wird. In ihrer knappen Freizeit fühlen sich unsere Kunden wie in den Ferien.

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Und auf sicherer Distanz zur einheimischen Bevölkerung.

Austausch und Kontakt mit den Einheimischen haben bei unseren Projekten einen hohen Stellenwert. Deshalb schaffen wir stets auch öffentlich zugängliche Räume. In Wädenswil etwa mit dem Bootshaus des Ruderklubs und einem Café.