Renaud de Planta, der Senior-Teilhaber der Privatbank Pictet, spricht im Interview mit der «NZZ am Sonntag» (Abo) erstmals über die Causa Boris Collardi. Der ehemalige CEO der Bank Bär wechselte vor zwei Jahren als einer von sieben Teilhabern zu Pictet. Im Februar dieses Jahres sind allerdings Altlasten aus dem früheren Job Collardis zutage getreten: Die Finanzmarktaufsicht Finma hat bei der Bank Bär schwere Mangel in der Bekämpfung der Geldwäscherei beanstandet. In Südamerika war diese in verschiedene Fälle von Korruption und Geldwäscherei involviert.

Gegenüber der «NZZ am Sonntag» sagt Renaud de Planta: «Wir stehen voll hinter Boris Collardi – das gilt für alle geschäftsführenden Teilhaber, und ich denke, ich kann ebenfalls für die Mitarbeitenden der Bank sprechen.» Noch ist unklar, ob die Finma auch ehemalige Führungskräfte der Bank Bär zur Rechenschaft ziehen will. Sie hat lediglich angekündigt, auch eine Prüfung der damals involvierten Personen durchzuführen, welche zu Sanktionen führen könnte.

De Planta geht nicht auf Spekulationen ein, ob Collardi in einem solchen Fall für die Bank Pictet weiterhin tragbar wäre: «Wie gesagt, wir stehen hinter Boris und werden die Fakten bewerten, wenn wir sie kennen.»

Julius-Bär-Affäre endet für Boris Collardi wohl glimpflich

Ein mögliches Berufsverbot für Boris Collardi hat Pictet aufgeschreckt. Doch die Hürden dafür sind hoch. Auch Collardis finanzielle Risiken sind eher klein. Mehr dazu lesen Sie hier.

(gku)