Unter dem vielsagenden Titel «Baustellen» finden sich in den Buchhandlungen die «Innensichten eines Unternehmers». Der Autor ist Ex-Implenia-Chef Anton Affentranger. Er kommt darin auch auf seine Zeit als Chef des Bauunternehmens zu sprechen, das er ganz offensichtlich im Krach mit dem Verwaltungsrat unter Konzernpräsident Hans-Ulrich Meister verlassen hat.

Wer Affentrangers Buch genau liest, findet darin einen neuen Erklärungsansatz für den nie öffentlich erklärten Abschied des langjährigen Chefs.

Teillohnverzicht gefiel dem VR nicht

Demnach begann die Entfremdung mit der Entscheidung Affentrangers, «auf einen Teil meiner Vergütung zu verzichten», Grund sei «eine intuitive, ganz persönliche Haltung» gewesen; das Gefühl, dank steigender Aktienkurse habe sein Salär «eine gewisse Grenze überschritten». Er verzichtete also auf einen Teil, es soll sich über mehrere Jahre auf einen tiefen einstelligen Millionenbetrag summiert haben.

Als das Ganze aber öffentlich zum Thema wurde infolge eines Zeitungsinterviews, entzündete sich ein konzerninterner Konflikt: Weil Aktionärsschützer von Ethos Affentrangers Verzicht zum Anlass nahmen, dessen Salär als «wohl offenbar zu hoch» zu bezeichnen, habe sich der Verwaltungsrat unter Druck gesetzt gefühlt und Affentranger den Verzicht verbieten wollen, sagt ein Vertrauter des Autors. Diese Auseinandersetzung sei ein «Tipping Point» gewesen, der die Trennung beschleunigt habe.