Die Post gab am Mittwochmorgen verklausuliert den Abbau von weiteren Poststellen bekannt. So will die Konzernleitung der Post über 170 Poststellen schliessen, und bestätigt damit Gerüchte, die schon vorher aus dem Post-Umfeld zu vernehmen waren. So heisst es in der am Mittwoch verschickten Medienmitteilung, dass die Post künftig nur noch 600 selbstbetriebene Poststellen führen werde.

Statt der versprochenen Stabilisierung beim Filialnetz komme es nun zu einer «radikalen Abkehr», kritisiert die Gewerkschaft Syndicom gegenüber SRF. Mindestens jede fünfte Filiale würde damit geschlossen.

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Keine Kündigungen vorgesehen

Diese Nachricht ist deshalb pikant, weil Roberto Cirillo (52), Konzernchef der Post, 2020 noch gegenüber Handelszeitung sagte: «Wir sind überzeugt, dass wir mit einem Netz von 800 Filialen eine stabile Grösse haben, die auch attraktiv ist für Partner.» Dieses Versprechen wurde gegenüber der Bevölkerung abgegeben, die sich insbesondere in ländlichen Gebieten gegen die Schliessung von Poststellen wehrte. Doch bereits heute soll diese einst festgeschriebene Zahl unterschritten sein.

Gleichzeitig teilte die Post mit, sie wolle in den nächsten vier Jahren über 100 Millionen Franken in ihr Personal, die Modernisierung von Filialen und in neue Formate investieren. An den Standorten, an denen eigenbetriebene Filialen aufgrund der Nachfrage nicht weitergeführt werden können, will die Post gemeinsam mit den Gemeinden Nachfolgelösungen suchen.

Die noch 600 eigenen Filialen will die Post zu Dienstleistungszentren weiterentwickeln, wie die Post schreibt. Im Vordergrund stünden Partnerschaften mit Banken, Krankenkassen und Versicherungen sowie Behörden.

Immerhin will die Post den Abbau ohne Kündigungen vornehmen, wie weiter zu hören ist. Grund für die Schliessungen ist, dass die Zahl der Kunden und Kundinnen, die den Weg in eine Postfiliale finden, stetig abnimmt. Und gehen sie doch hin, erledigen sie weniger Postgeschäfte am Schalter als früher.

(sie)