Die Genfer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP) sieht sich dank der jüngsten Akquisitionen in London sowie in Luxemburg für die Unsicherheiten um den Brexit gerüstet. Gleichzeitig böten die neuen Niederlassungen der Privatbank auch Möglichkeiten angesichts des fehlenden Zugangs zum europäischen Markt von der Schweiz aus, sagte UBP-CEO Guy de Picciotto im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP.

Trotz Brexit werde London einer der führenden Finanzplätze für sehr vermögende Personen bleiben, gab sich de Picciotto überzeugt. «Kann sich Grossbritannien den europäischen Pass bewahren, werden wir von der City aus in Europa operieren. Wenn nicht, wird das von Luxemburg aus geschehen.» Allerdings sei die Übernahme der Carnegie in Luxemburg nicht als «Rettungsplan» für einen harten Brexit erfolgt, sondern um den europäischen Markt weiter zu entwickeln, betonte er.

Übernahmen in Asien gesucht

Das Genfer Institut sieht sich auch weiterhin nach passenden Übernahmegelegenheiten um. Dabei sei man vor allem an Käufen mit Vermögen zwischen 5 und 30 Milliarden interessiert, präzisierte de Picciotto. «Am liebsten würde ich eine Akquisition in Asien tätigen, allerdings gibt es dort sehr wenige Transaktionen.»

Asien sei sicherlich der «Kontinent der Zukunft», so der UBP-CEO. Dabei seien Hongkong und Singapur die beiden Pole eines Kontinents, der heute der primäre Ort für die Schaffung von Reichtum sei. Im asiatische Markt verwaltet die UBP Vermögen in Höhe von rund 23 Milliarden Franken für Privatkunden und institutionelle Kunden.

Bank verwaltet 126,8 Milliarden Franken

In der Schweiz sieht der UBP-Chef die Konsolidierungsphase an einem Ende angekommen. Diejenigen Institute, die sich zurückziehen mussten, seien nun weg, zudem sei wohl auch die «Regulierungslawine» vorbei: «Zumindest bis auf weiteres.»

Die UBP-Gruppe verwaltete Ende 2018 insgesamt Vermögen in Höhe von 126,8 Milliarden Franken.

(awp/gku/mbü)

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