Der Solarzulieferer Meyer Burger hat seine Ziele für Umsatz und Betriebsergebnis im Gesamtjahr 2015 aufgrund von Projektverzögerungen nach unten revidiert. Beim Auftragseingang sei dagegen der Trend ungebrochen positiv, teilt das Unternehmen am Montag mit. An der Schweizer Börse SIX fällt die Aktie zum Handelsauftakt um über 14 Prozent.

Gewisse Abnahmen von Maschinen und Systemen durch die Kunden würden sehr wahrscheinlich nicht mehr wie geplant innerhalb der Jahresfrist 2015 erfolgen, sondern verzögerten sich in die erste Jahreshälfte 2016, heisst es zur Begründung. Deshalb werde das Umsatzziel auf neu zwischen 290 bis 340 Millionen Franken von bisher rund 400 Millionen reduziert.

Millionenverlust erwartet

Auf Stufe Ebitda sei mit einem Verlust in der Grössenordnung zwischen 40 bis 65 Millionen für das Geschäftsjahr 2015 zu rechnen, schreibt das Unternehmen weiter. Zuvor wurde das Erreichen der Break-even-Schwelle als Erwartung genannt.

Per Ende Oktober 2015 lag das Volumen an neu erteilten Aufträgen gemäss der Mitteilung bei rund 367 Millionen Franken, was gegenüber den ersten zehn Monaten des Vorjahres 2014 einem Anstieg von 44 Prozent entspricht. Dies sei auf verschiedene grosse und mittelgrosse Aufträge im Bereich der Photovoltaik-Systeme und -Lösungen zurückzuführen. Die vermehrten Projektaktivitäten im Photovoltaik-Bereich verdeutliche die höhere Investitionsbereitschaft der Kunden, schreibt Meyer Burger weiter.

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Vontobel hält Kursziel

Für die Bank Vontobel kommen die News nicht völlig überraschend, denn Meyer Burger habe die Möglichkeit solcher Verzögerungen angezeigt. Auch wenn die Schätzungen für das Geschäftsjahr 2015 nach unten revidiert werden, sieht die Bank eine anziehende Dynamik beim Auftragseingang. Dieser könnte bei dem derzeitigen Momentum im Gesamtjahr 440 Millionen Franken erreichen, was im Rahmen der Erwartungen liege. Die Kaufempfehlung wird bestätigt bei einem unveränderten Kursziel von 9,40 Franken.

Bei Baader Helvea hält man den Auftragseingang zwar für «ok», es sei aber enttäuschend, dass die Guidance «erheblich» gesenkt wurde. Die Märkte von Meyer Burger würden weiterhin einer anhaltenden Branchenkonsolidierung unterliegen, wie es heisst. Insgesamt schätzt man die Unsicherheiten um Meyer Burger als unverändert zu hoch ein. Baader Helvea stuft die Aktie weiterhin mit «Hold» ein bei einem Kursziel von 7,50 Franken.

ZKB senkt Schätzungen

Bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat man die Schätzungen entsprechend der neuen Guidance gesenkt. Die Titeleinstufung bleibt auf «Marktgewichten».

Die massiven Abgaben in den Titeln werden in Händlerkreisen auch mit der Unsicherheit an den Aktienmärkten erklärt, die zuletzt nach dem Terroranschlägen in Paris noch zugenommen hat. Nur leichte Enttäuschungen würden derzeit von den Investoren hart abgestraft, hiess es. Dieses Muster zeigte sich bereits während der letzten Berichtssaison.

(awp/ise/hon)