1. Home
  2. Unternehmen
  3. Quickmail: Neuer Besitzer für Post-Rivalen

Briefdienstleister
Quickmail: Neuer Besitzer für Post-Rivalen

Quickmail
Quickmail: Wachstum mit neuem Eigentümer.Quelle: JORMA MUELLER PHOTOGRAPHY

Der private Post-Konkurrent Quickmail geht in neue Hände. Die Führung des Unternehmens soll aber weiter Bestand haben.

Veröffentlicht am 22.10.2018

Die einzige private Briefdienstleisterin der Schweiz, das Unternehmen Quickmail mit Sitz in St. Gallen, hat einen neuen Mehrheitsaktionär. Eine Investorengruppe, vertreten durch das Family Office Verium, übernimmt die Aktienmehrheit von der MS Direct Group, wie das Unternehmen in einer Mitteilung vom Montag schreibt.

Der Eigentümerwechsel habe für Kunden und Mitarbeitenden keine Auswirkungen, heisst es weiter. Der Hauptsitz bleibe in St. Gallen, die beiden Geschäftsführer Christof Lenhard und Bernard Germanier würden das Business leiten. 

Verium ist eine Zürcher Gesellschaft und verwaltet für seine Investoren Beteiligungen an mittelständischen Unternehmen. Es ist unter anderem investiert in Home Instead, einem Dienstleister für Seniorenbetreuung in der Schweiz und in Irland.

Rivale der Post

Quickmail wurde 2009 gegründet und stellt adressierte Briefe, Mailings, Kataloge und Zeitschriften über 50 Gramm zu. Beschäftigt werden 150 Vollzeitangestellte sowie 3100 Zustellerinnen und Zusteller. Im ersten Halbjahr 2018 hat das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr 20 Prozent mehr Sendungen befördert. Im ersten Semester habe Quickmail 50,6 Millionen adressierte Briefe, Mailings, Kataloge und Zeitschriften zugestellt, wie das Unternehmen im Juli mitteilte.

Das St. Galler Post-Unternehmen steht in Konkurrenz zum Bundesbetrieb in Bern. Die beiden Firmen haben sich auch schon gerichtlich gezofft. Wegen Quickmail fing sich die Post im Dezember auch einen Rüffel von der Wettbewerbskommission (Weko) ein. Der gelbe Riese, hiess es seinerzeit, soll seine marktbeherrschende Stellung missbraucht, den Wettbewerber Quickmail behindert und gewisse Kunden diskriminiert haben.

Die Weko will die Post deshalb mit 22,6 Millionen Franken büssen. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Die Post lässt die Vorwürfe nicht auf sich sitzen und will den Weko-Entscheid vor dem Bundesverwaltungsgericht anfechten. Ein Entscheid steht aus.

(ise)

Anzeige