Nachdem er als Amateur am laufenden Band hervorragende Resultate gespielt und sich als Zweiter der britischen Amateur-Meisterschaft 2003 beinahe für das US Masters in Augusta qualifiziert hatte, war Raphaël De Sousa mit 21 Jahren der erste Hoffnungsträger unter den Schweizer Profis.

Der Einstieg ins Berufsgolf wurde für De Sousa jedoch weit mühseliger als angenommen. In der Saison 2006 verpasste er nahezu alle Finalrunden. In diesem Jahr ist eine Besserung eingetreten, die dem «Patienten» Mut macht: In 16 Turnieren der Challenge-Tour, der zweiten Stufe im europäischen Profigolf, schaffte er immerhin sechsmal den Cut. Am dritten August-Wochenende gewann er im Golf Limpachtal in Aetingen SO mit einem Finalsieg über seinen Genfer Kumpel Julien Clément die Matchplay-Meisterschaft der Swiss PGA.

Wie gut sind Sie derzeit in Form?

De Sousa: Mein Spiel fühlt sich ganz gut an. Es gibt laufend noch Kleinigkeiten zu verbessern.Vor allem muss ich mein Selbstvertrauen zurückbekommen.

2006 war für Sie eine miserable Saison.

De Sousa: Das stimmt. Ich hatte in allen Bereichen des Spiels grosse Mühe. Mit dem Driving hatte ich riesige Schwierigkeiten, aber beispielsweise auch das Putten war nicht gut. Es passte nichts zusammen, deshalb ging auch das Selbstvertrauen verloren.

...das Sie jetzt allmählich wieder bekommen?

De Sousa: Ich arbeite seit diesem Jahr mit Coach Sandro Branca zusammen, er konnte mir schon viel helfen. Ich muss mein Umfeld so ändern, dass ich die besten Chancen habe, um mich weiterzuentwickeln.

Wenn man Ihre Turnierleistungen betrachtet, fällt sofort auf, dass Sie viele gute Gesamtresultate durch einzelne schwache Runden vergeben. Am Challenge-Turnier in Schottland beispielsweise zeigten Sie drei gute oder sogar sehr gute Runden mit 66, 69 und 72 Schlägen, am dritten Tag jedoch verspielten Sie mit 81 Schlägen alle Chancen auf einen Top-10-Platz.

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De Sousa: Vieles spielt sich im Kopf ab, Golf ist eine mentale Sache. Ganz schlechte Runden passieren mir noch zu oft. Bei dieser Runde in Schottland spielte ich an einem Loch eine 8. Das brachte mich für einige Löcher am Schluss der Runde aus der Konzentration. Diese mentalen Dinge muss ich verbessern.


Mit 24 Jahren sind Sie im Profi-Golfsport noch jung.

De Sousa: Ich werde sicher noch einige Jahre in meine Richtung weitergehen. Ich habe jetzt schon viel erlebt und habe viel Erfahrung gesammelt. Das wird mir für die Zukunft nützen.

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Steckbrief

Name: Raphaël De Sousa
Geboren: 14. Mai 1983
Wohnort: Cologny GE
Nationalität: Schweizerisch-portugiesischer Doppelbürger
Grösse: 177 cm/72 kg schwer
Beruf: Golfprofi seit Anfang 2004.
Palmares: Grösste Erfolge als Amateur: 2. der British Amateur Championship 2003; mehrere Schweizer Meistertitel