1. Home
  2. Unternehmen
  3. Richemont und Swatch verlieren an Boden

Luxus
Richemont und Swatch verlieren an Boden

Cartier Luxury brands richemont swatch
Model mit Cartier-Schmuck: Mutterkonzern Richemont ist die drittgrösste Luxusgütergruppe.Quelle: The Condé Nast Publications

Die Schweizer Uhrenkonzerne wachsen im Vergleich zu anderen Luxusgütergruppen weniger schnell. Das zeigt ein neues Ranking.

Veröffentlicht am 17.04.2019

Im weltweiten Ranking der 100 grössten Luxusgütergruppen verlieren die Vertreter aus der Schweiz an Boden. Richemont und die Swatch Group sind 2017 im Vergleich zur ausländischen Konkurrenz weniger rasch gewachsen. Sie konnten sich aber in den Top-Ten behaupten.

An dem im Jahr 2017 erzielten Umsatz gemessen belegt Richemont unverändert den dritten Rang. Die Genfer wuchsen in dem genannten Jahr um 3,1 Prozent auf 12,8 Milliarden US-Dollar, resümiert der Wirtschaftsprüfer Deloitte in seiner jährlich erstellten Studie «Global Powers of Luxury Goods».

Swatch Group fällt auf Rang acht

Unmittelbar hinter Richemont liegt die französische Kering-Gruppe, die mit Marken wie Gucci, Bottega Veneta oder Saint Laurent einen Umsatz von 12,2 Milliarden Dollar erzielt hat.

Die Swatch Group steigerte 2017 den Umsatz um 5,4 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar, rutschte aber um einen Platz auf den achten Rang ab. Verdrängt wurden Swatch von Chanel, mit plus 11,5 Prozent deutlich schneller wuchsen als die Bieler.

Den Spitzenplatz belegt unangefochten LVMH mit einem Volumen von 28,0 Milliarden Dollar, gefolgt von Estée Lauder mit 13,7 Milliarden.

LVMH, Estée Lauder und Kering mit schnellem Wachstum

Auffällig ist, dass sowohl LVMH (+17%) als auch Estée Lauder (+16%) und Kering (+28%) im Jahr 2017 klar schneller gewachsen sind als Richemont und Swatch. Sie profitierten von florierenden Verkäufen teurer Mode oder in der Parfümerie. Da konnten die «uhrenlastigen» Schweizer Gruppen nicht mithalten.

Die Exporte der Schweizer Uhrenindustrie hatten sich 2017 nach zwei Jahren mit rückläufigen Verkäufen von einer deutlich tieferen Basis wieder um 2,7 Prozent erholt. Vor allem 2016 waren die Ausfuhren von Schweizer Uhren um fast 10 Prozent eingebrochen. Insbesondere die Nachfrage aus China und Hongkong brach ein.

Viele Schweizer Uhrenhersteller in den Top-100

Weiter in den Top-100 vertreten sind aus Schweizer Sicht Rolex auf Rang 14, Patek Philippe (45), Audemars Piguet (51), Chopard (53), Breitling (74), Franck Muller (84) und Richard Mille (90). Dank der wieder anziehenden Nachfrage nach Schweizer Uhren konnten alle Marken den Umsatz steigern.

Insgesamt erzielten die 100 grössten Luxusgüterunternehmen im Jahr 2017 laut Deloitte zusammen einen Umsatz von 247 Milliarden Dollar. Daraus ergab sich ein Wachstum von knapp 11 Prozent. Noch im Jahr davor war die Branche um lediglich 1 Prozent gewachsen.

Starkes Wachstum dank Schwellenländern

Nahezu die Hälfte der grössten Luxusunternehmen verzeichneten ein zweistelliges Wachstum. «Der globale Luxusmarkt wächst trotz einer gewissen geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheit beträchtlich», wird Karine Szegedi, Luxusexpertin bei Deloitte, in der Mitteilung zitiert. Insbesondere bei der aufstrebenden Mittelschicht der grossen Schwellenländer erfreuten sich Luxusgüter einer grossen Nachfrage.

(awp/gku/mlo)

Anzeige