Die neuste Ausgabe der « Handelszeitung» finden Sie ab diesem Mittwoch am Kiosk. Oder bei Ihnen zuhause (zum Abo geht's hier). In dieser Woche stehen unter anderen diese Themen im Fokus:

Ruag will Fabrik für Dornier-Flieger verkaufen

Der Bundesbetrieb Ruag versucht, sein Flugzeug-Montagewerk im deutschen Oberpfaffenhofen zu verkaufen. Dies schreibt die «Handelszeitung» in ihrer neusten Ausgabe, basierend auf einem vertraulichen Verkaufsprospekt. Unter dem Projektnamen «Sequoia» soll die deutsche Ruag-Tochter – Aerospace Services – mit ihren 450 Vollzeitstellen veräussert werden, da es sich gemäss Prospekt nicht um Kernaktivitäten der Ruag handle.

In Oberpfaffenhofen wartet und überholt der Bundesbetrieb zivile sowie militärische Fluggeräte. Gleichzeitig lässt Ruag dort das eigene zweimotorige Propellerflugzeug namens Dornier 228 NG montieren. Das Flugzeug geriet in den letzten Jahren durch zahlreiche Pannen und Probleme in die Schlagzeilen.

Aerospace Services soll einen «Gross Profit» von 10 Millionen bei einem Jahresumsatz von rund 80 Millionen Euro erzielen. «Die in der Verkaufsdokumentation enthaltenen Zahlen werden von möglichen Käufern im Rahmen der Due Diligence verifiziert werden», erklärt eine Ruag-Sprecherin auf Anfrage, womit der Bundesbetrieb indirekt die Verkaufsabsichten bestätigt.
Gemäss Recherchen der «Handelszeitung» auf Basis offizieller Angaben hat Ruag Aerospace Services seit 2008 kumulierte Verluste von über 70 Millionen Euro angehäuft.

Stadler Rail: 25 Millionen Franken fürs Personal

Der geglückte Börsengang von Stadler Rail kommt auch bei den 8'500 Mitarbeitenden an. Mit dem Juni-Lohn wird ihnen je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit zusätzlich ein halber bis ein ganzer Monatslohn ausbezahlt. Dies bestätigt Stadler-Rail-Sprecherin Marina Winder. Für die Sonderzahlung soll Spuhler rund 25 Millionen Franken aufwerfen.

«Die Kosten gehen zulasten der PCS Holding», sagt die Kommunikationschefin. Hinter dem Kürzel PCS verbirgt sich Spuhlers Privatschatulle, in der er Beteiligungen an Stadler Rail, Autoneum, Rieter oder Aebi-Schmidt hält.

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Anders profitiert das Kader vom Börsengang: Die 170 Kadermitarbeitenden hatten in den letzten 13 Jahren einen Teil ihres Lohnes in Aktien erhalten. Der Gesamtwert all dieser Aktien beträgt heute rund 250 Millionen Franken. Der Börsengang der Bahnfirma hat die Kaderleute also im Schnitt zu Millionären gemacht. Allerdings mussten die Aktien in der Vergangenheit versteuert werden, zudem sind sie noch 12 Monate lang gesperrt.

Swiss-Life-Manager Stahel: Kommt keine BVG-Reform, werden neue Rentenmodelle eingeführt

Nach dem Versicherer Helvetia könnte auch die Swiss Life die Umwandlungssätze im Pensionskassengeschäft deutlich senken, wenn die Politik weiter an den bisherigen Vorgaben im Vorsorgegeschäft festhält. Das bestätigt Swiss-Life-Manager Hans-Jakob Stahel in der «Handelszeitung». Komme nicht bald eine substanzielle Reform, werde man auf ein ähnliches Modell wechseln wie Helvetia.

Diese hat unlängst eine Senkung der Renten-Umwandlungssätze tief unter den gesetzlichen Zielwert von 6,8 Prozent angekündigt. Sie kann das, weil viele Versicherte überobligatorische Guthaben besitzen, die vom Minimalsatz nicht betroffen sind. In Einzelfällen fliessen solche freiwillig einbezahlten Guthaben gar nicht in zusätzliche Renten, wie HZ-Berechnungen zeigen.

Pech für gewisse KMU

Heute werden jährlich Milliardenbeträge innerhalb der beruflichen Vorsorge umverteilt. Freiwillig einbezahlte Gelder werden verwendet, um das Obligatorium zu subventionieren, und Junge bezahlen direkt an die laufenden Renten der bereits Pensionierten. Die Folge davon: KMU mit einer ungünstigen Mitarbeiterstruktur erhalten kaum noch Anschluss an die Vorsorgewerke von Lebensversicherern.

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«Wenn einer zu viele alte Angestellte hat oder solche mit wenig Überobligatorium, nehmen wir ihn nicht auf», sagt Swiss-Life-Manager Stahel. Und Helvetia-Manager Donald Desax sagt, man habe 2018 bei der Hälfte aller Anfragen nicht einmal eine Offerte gemacht, da diese «zu hohe Verluste» beim Verrenten auslösen würden.

Miriam Baumann-Blocher expandiert mit dem Basler Läckerli Huus

Miriam Baumann-Blocher will das Standortnetz und die Produktlinien des Basler Läckerli Huus im Inland ausbauen. Das sagt die Eigentümerin und Geschäftsleiterin des Traditionsunternehmens zur «Handelszeitung». «Wir arbeiten gerade an einer völlig neuen Version des Basler Läckerli, die wir im Herbst lancieren wollen.»

Auch das Filialnetz soll erweitert werden. «Auf unserer Wunschliste stehen Zürich und Genf für einen zweiten Laden oder auch Lugano.» Akquisitionen sind dabei ein Thema: «Es könnten neue Standorte, neue Technologien, neue Distributionsmodelle sein oder Akquisitionen im Bereich der Kapazitätsauslastung. Sogar die Expansion in neue Geschäftsfelder ist möglich», sagt Baumann-Blocher.

Snacks für die Schweizer Armee

Eine Ausschreibung der Schweizer Armee für Snackartikel läuft gerade. Baumann-Blocher hat sich beworben und dazu eine Eingabe gemacht, wie sie im Interview erklärt. 

Im Ausland hatte die Unternehmerin weniger Glück. Nummer eins unter den Auslandsmärkten des Läckerli Huus ist Japan. Wenig erfolgreich lief es hingegen in China. «Wir haben unsere drei Standorte in China geschlossen und das Joint Venture aufgelöst. Das investierte Kapital war aufgebraucht.»

Coop und Swiss wegen Miles & More im Clinch

Coop und Swiss liegen wegen des Meilenprogramms Miles & More im Clinch. So heisst es auf der Coop-Webseite: «Nachdem Lufthansa/Swiss kurzfristig und trotz laufenden Vertrages ihr Meilenprogramm angepasst hatte, war Coop gezwungen, den Verkauf und das Einlösen von Trophymeilen am 23. Mai umgehend zu stoppen.» Ausserdem heisst es auf der Coop-Supercard-Seite im Internet: «Aufgrund technischer Übermittlungsprobleme zu Miles & More können die Miles-&-More-Prämien aktuell nicht bestellt werden.»

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Die Swiss bestätigt, «dass Miles & More die Konvertierungsmöglichkeit mit Coop und die Coop Trophy eingestellt hat». Die Airline gibt dazu aber nur eine kryptische Erklärung: «Hintergrund sind regulatorische Gründe, aus denen sich Implikationen für das Miles-&-More-Programm ergeben könnten.» Auch Coop will nichts Konkretes zu den Unstimmigkeiten sagen. Der Schweizer Flugmeilenexperte Ravindra Bhagwanani vermutet hinter der Coop-Aktion ein Druckmittel und einen grundsätzlichen Konflikt: «Die jüngsten moderaten Preiserhöhungen von Miles & More haben möglicherweise das Fass zum Überlaufen gebracht, da das Meilen-Geschäft Coop-intern eventuell schon länger als nur bedingt lohnend eingeschätzt wird.» 

HZ