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Klimawandel
Ryanair als wichtiger Luftverschmutzer in Europa

FILED - 12 September 2018, North Rhine-Westphalia, Weeze: Airplanes of the airline Ryanair are standing on the apron of the airport Weeze. Ryanair publishes figures for the 2nd quarter on 22.10.2018. Photo: Marcel Kusch/dpa (KEYSTONE/DPA/Marcel Kusch)
Gehört zu den grössten CO2-Versursachern in Europa: Ryanair.Quelle: Keystone

Rein statistisch gehörten bislang nur Kohlekraftwerke zu den grössten CO2-Sündern. Jetzt landete eine Airline unter den Top Ten.

Veröffentlicht am 02.04.2019

Fliegen belastet die Umwelt. Viele wollen aber nicht wahrhaben, wie gross diese Belastung tatsächlich ist. Schliesslich benutzen fast alle immer wieder das Flugzeug. Eine neue Studie der EU hält das Problem nun auf eine neue Art fest: Laut den Daten gehört Ryanair nämlich neu zu den zehn grössten CO2-Verursachern in Europa.

Die Rangliste war bisher vollständig von Kohlekraftwerken besetzt, die meisten davon aus Deutschland. Spitzenreiter auf der Negativ-Liste ist allerdings das Werk Belchatow in Polen. 

Dieses Ergebnis zeige, dass es bisher keine wirksamen Massnahmen gebe, den steigenden CO2-Ausstoss der Luftfahrtindustrie einzudämmen, schreibt «Transport and Environment»; der Dachverband von Verkehrsorganisationen wie dem VCS hat die Daten aufbereitet.

Sie zeigen, dass der Ausstoss der Fluggesellschaften in Europa sich im vergangenen Jahr um fast fünf Prozent steigerte. Und insgesamt sei die Kohlenstoffbelastung durch das Fliegen in Europa  in den letzten fünf Jahren um 26 Prozent gestiegen.

Ryanair transportiert rund 130 Millionen Passagiere pro Jahr und fliegt auch ab der Schweiz. In einer Erklärung teilte Ryanair mit, dass sie «die umweltfreundlichste und sauberste Fluggesellschaft Europas ist». Wer mit Ryanair fliegt, habe «die niedrigsten CO2-Emissionen pro geflogenem Kilometer als bei jeder anderen Fluggesellschaft.»

Keine Regulierung, masslose Verschmutzung

«Wenn es um das Klima geht, ist Ryanair die neue Kohle. Dieser Trend wird sich nur fortsetzen, bis Europa erkennt, dass dieser unterbesteuerte und unterregulierte Sektor angeglichen werden muss», meint «Transport and Environment». Es sei keine Überraschung, dass der am stärksten unterbesteuerte Verkehrsträger auch derjenige mit den am schnellsten wachsenden CO2-Emissionen sei.

Auch in der Schweiz läuft die Diskussion rund um mehr Abgaben fürs Fliegen. Der Nationalrat hatte im November eine entsprechende Vorlage abgelehnt. Es standen Abgaben zwischen 12 und 50 Franken für ein Flugticket zur Diskussion.

(tdr)

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