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Samsung verschiebt Start seines Auffalt-Smartphones

The Samsung Galaxy Fold smartphone is seen during a media preview event in London, Tuesday April 16, 2019. Samsung is hoping the innovation of smartphones with folding screens reinvigorates the market. (AP Photo/Kelvin Chan)
Das Samsung Galaxy Fold klappt nach innen, sein Konkurrenzgerät von Huawei nach aussenQuelle: Keystone

Samsung hat die Markteinführung des ersten Smartphones mit Falt-Display verschoben. Zuvor waren Probleme bei Testgeräten bekanntgeworden.

Veröffentlicht am 23.04.2019

Samsung hat die Markteinführung des ersten Smartphones mit Falt-Display nur wenige Tage vor dem geplanten Termin auf unbestimmte Zeit verschoben. Zuvor waren Display-Probleme bei einigen an Journalisten verteilten Testgeräten des Modells Galaxy Fold bekanntgeworden.

Der Schutz der Bildschirme solle nun verbessert werden, erklärte Samsung. Ein neuer Starttermin solle in den kommenden Wochen mitgeteilt werden. Ursprünglich sollte das Gerät am 26. April in den USA und am 3. Mai in Europa auf den Markt kommen.

Galaxy Fold sollte das erste Gerät auf dem Markt werden, bei dem sich der Bildschirm auf die Grösse eines kleinen Tablet-Computers auffalten lässt. Konkurrent Huawei kündigte den Start seines Auffalt-Smartphones Mate X für den Sommer an.

Bei den umgerechnet gut 2000 Franken teuren Galaxy Fold von Samsung war mehreren Tech-Journalisten bei Vorab-Tests das Display kaputtgegangen. «Erste Ergebnisse aus den Auswertungen der gemeldeten Display-Probleme zeigen, dass die Ursache am Scharnier liegen kann», erklärte Samsung am Montag. Das Faltgelenk in der Mitte des Bildschirms hatten Marktbeobachter schon vorher als eine potenzielle Schwachstelle betrachtet, sowohl Samsung als auch Huawei versicherten aber, die Mechanik sei robust.

Versehentlich Schutz abgerissen

«Es gab auch einen Fall, in dem Stoffe, die sich im Inneren des Geräts befanden, die Display-Leistung beeinträchtigten. Wir werden Massnahmen ergreifen, um den Schutz und die Stabilität des Displays zu verstärken», teilte Samsung weiter mit.

Einige Reporter beschädigten zudem ihre Fold-Geräte, weil sie versehentlich eine Schutzschicht abzogen, die wie die übliche durchsichtige Folie auf Bildschirmen neuer Geräte aussah - aber Bestandteil des Displays war. Samsung erklärte bereits, es werde dazu eine klar sichtbare Warnung für Verbraucher geben. Die Falt-Displays haben bisher eine Oberfläche aus Plastik statt Spezial-Glas wie bei herkömmlichen Smartphones. Deshalb wird befürchtet, dass sie anfälliger für Kratzer sein könnten. Biegsames Glas für Smartphone-Bildschirme ist erst in der Entwicklung.

Herber Rückschlag

Für Samsung ist die kurzfristige Verschiebung des Starttermins ein herber Rückschlag. Der Smartphone-Marktführer wollte mit dem Galaxy Fold seine Innovationskraft unter Beweis stellen. Stattdessen weckte die Situation Erinnerungen an das Debakel mit dem Smartphone Galaxy Note 7, das Samsung im Herbst 2016 nach wenigen Wochen auf den Markt wegen Akku-Bränden zurückrufen musste.

Das Galaxy Fold lässt sich wie ein Buch aufklappen, dann kann man den Falt-Bildschirm mit einer Diagonale von 7,3 Zoll nutzen. In geschlossenem Zustand steht dem Anwender ein relativ kleines Display auf einer der Aussenseiten mit einer Diagonale von 4,6 Zoll zur Verfügung. Samsung arbeitete gemeinsam mit Google daran, dass Apps beim Aufklappen des Geräts nahtlos weitergenutzt werden können. Huawei entschied sich für ein anderes Konzept: Beim Mate X bleibt der Falt-Bildschirm auf der Aussenseite und nach dem Zusammenklappen wird eine Hälfte davon als Smartphone genutzt.

(sda/tdr/mbü)

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