Nach Swatch setzt nun mit Tag Heuer ein Schweizer Luxushersteller auf eine Smartwatch. Die Uhrenmarke aus La Chaux-de-Fonds hat sich mit Grössen aus dem Silicon Valley zusammengetan und die Computeruhr am Montag in New York vorgestellt.

Die Uhr mit dem Namen «Connected» ist gemeinsam mit den US-Chiphersteller Intel entwickelt worden. Intel und die Uhrenmarke Tag Heuer, die der französischen Luxusgütergruppe LVMH gehört, hatten das Produkt bereits im März, kurz vor dem Marktstart der Apple Watch, angekündigt.

Stolz auf neues Produkt bei den Entwicklern

«Nach 41 Jahren in diesem Geschäft bin ich sehr stolz darauf, eine erste Smartwatch anzukündigen, die mehr als 150 Jahre Geschichte in die Zukunft bringt», sagte Tag-Heuer-Chef Jean-Claude Biver bei der Vorstellung. Die «Connected» solle die Erfahrungen des Traditionsherstellers mit innovativer Technologie aus dem Silicon Valley verschmelzen. Erste Reaktionen zeigen, wie die traditionsschwere Smartwatch bei den Nutzern ankommt.

Als Betriebssystem dient Googles Android Wear. Intel steuert den Atom-Prozessor Z34xx bei und sorgt für die Leistung bei Audiostreaming, Bluetooth und Wifi-Verbindungen. Positiv fällt Techradar die Geschwindigkeit des Intel-Prozessors beim ersten Gebrauch auf. Bei der Smartwatch fehlt die GPS-Funktion und auch den Herzschlag kann die Uhr nicht aufzeichnen. Bei den meisten Konkurrenzprodukten gehören diese Funktionen zur Grundausstattung.

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Nicht gestochen scharf

Die Batterie der Connected reicht für etwa einen Tag, damit ist auch Jean-Claude Biver nicht wirklich zufrieden. «Nur einen Tag, mir war das viel zu wenig, aber mehr geht technisch einfach nicht.»

Auch für verbesserungsfähig halten Tester die Auflösung des Bildschirms von nur 240 Pixel pro Inch, das ist erheblich weniger als die Apple Watch mit 302 Pixel bieten kann. Die Grösse der Uhr ist für manche amerikanischen Tester mit 46,2 Millimetern Durchmesser am obersten Ende des Tragbaren. Positiv sticht laut Nachrichtenagentur Bloomberg hervor, dass das Gewicht wegen des verwendeten Titans erstaunlich gering ist und sich die Uhr somit gut trägt.

Womit Tag Heuer überzeugen kann

Mit zwei Besonderheiten kann die Tag-Heuer-Neuheit gross punkten. Erstens, das Aussehen: Anders als die meisten Smartwatches sieht sie aus wie eine echte Uhr.

— Jens Stark (@cw_jst) 10. November 2015

Für den Rezensenten von Forbes ist Connected deshalb auch «die erste Smartwatch mit Seele.» Selbst wenn die Uhr inaktiv ist, zeigt der Bildschirm das Abbild einer normalen Uhr. Für den Bildschirm gibt es die Wahl zwischen drei Varianten, mehr könnten dazukommen.

Das zweite Plus steckt im Slogan von Tag Heuer «connected to eternity». Nach Ablauf der zweijährigen Garantiefrist kann die Smartwatch gegen einen Aufpreis in der Höhe des ursprünglichen Kaufpreises für eine mechanische Uhr eingetauscht werden. Normalerweise sind technische Produkte innert weniger Jahre veraltet und landen in der Schublade. Mit dem Umtausch, für die Conntected gibt es eine Carrera, ist die Uhr aber für die Ewigkeit bestimmt.

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— gordonhui (@gordonhui) 10. November 2015

Hoher Preis fordert Mehrwert

Dieser letzte Punkt rechtfertigt zu einem gewissen Grad auch die hohen Kosten. Mit einem Preis von 1500 Dollar ist die Smartwatch deutlich in der preislichen Oberklasse angesiedelt. Sie muss deshalb auch mehr bieten als nur Armbänder aus Gummi.

(jfr mit Material von sda)

Ein ersten Blick auf die neue Smartwatch von Tag Heuer gibt dieses Video: