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Energie
Shell will weltgrösster Elekrizitätshersteller werden

KAZAN, RUSSIA - OCTOBER 5, 2016: Shell Executive Vice-President Istvan Kapitany pictured during the opening of the first Shell fuel filling station in Tatarstan. Shell is an Anglo-Dutch multinational oil and gas company which is to expand its network in Russia up to 230 fuel filling stations this year. Yegor Aleyev/TASS (Photo by Yegor Aleyev\TASS via Getty Images)
Eröffnung einer Shell-Tankstelle: Der Konzern will weniger mit Öl zu tun haben.Quelle: Getty Images

Der Ölkonzern Shell sucht sich ein neues Kerngeschäft: Innert zehn Jahren will sich der Konzern zum weltgrössten Stromhersteller wandeln.

Veröffentlicht am 13.03.2019

Shell ist dank Öl zum Milliardenkonzern geworden. Von diesem angestammten Geschäft mit dem fossilen Rohstoff will der niederländisch-britische Konzern nun aber nicht mehr viel wissen: In den nächsten zehn Jahren will Shell zum weltgrössten Energiekonzern werden – und diesen Strom dabei grösstenteils klimafreundlich herstellen. «Mit unserer Marke, unserer globalen Präsenz und in Verbindung mit unserem Gasgeschäft, durch welches wir uns überall das günstigste Gas sichern, sollte uns das gelingen», sagte der Chef von Shells Gasgeschäft, Maarten Wetselaar, der «Financial Times».

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Um das ehrgeizige Ziel zu erreichen, will Shell massiv investieren: Ein bis zwei Milliarden Dollar sollen jährlich in erneuerbare Energiequellen fliessen. Nach einigen Jahren will Shell diesen Betrag aufstocken, «sonst werden wir unser Ziel nie erreichen», sagte Wetselaar. Die  Strategie setzt Shell bereits um – kürzlich kaufte der Konzern etwa den deutschen Batteriehersteller Sonnen, den britischen Elektrizitätsversorger First Utility und den E-Ladestationbetreiber New Motion.

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Quelle: Statista

Shell glaubt, dass künftig viel mehr Elektrizität benötigt wird. Heute macht Strom rund 20 Prozent des weltweiten Energiemixes aus – dereinst dürfte der Anteil auf 50 Prozent steigen. Es sei nicht eine Frage von ob, sondern wann, sagte Shell-Manager Wetselaar.

Trotz der grossen Pläne: Heute verdient Shell sein Geld mehrheitlich mit Öl. Die Produktion und Verarbeitung der fossilen Energiequelle machen zwei Drittel des Geschäfts aus. Ein Viertel stammt aus der Gasförderung, zehn Prozent umfassen Chemikalien und andere Geschäftszweige. In zehn Jahren soll die Rechnung anders aussehen. Gas, Öl und Elektrizität sollen je einen Drittel der Aktivitäten ausmachen, der Anteil von Chemikalien soll weiterhin zehn Prozent betragen. Strom werde nicht mehr lange ein langweiliges, vorhersehbares Geschäft sein, glaubt Wetselaar. Das sei eine ausgezeichnete Chance für Leute, die etwas vom Stromhandel verstünden. «Und wir sind sehr gut im Energiehandel», sagte der Shell-Spitzenmanager.

(mbü)