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Detailhandel
Siroop reisst ein Loch in die Kasse von Coop

The logo of retailer Coop at the Coop branch in the shopping center Seewen Markt in Seewen, Canton of Schwyz, Switzerland, on May 15, 2018. (KEYSTONE/Gaetan Bally)Das Coop Logo in der Filiale des Detailhaendlers Coop im Einkaufszentrum Seewen Markt, aufgenommen am 15. Mai 2018 in Seewen, Kanton Schwyz. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Eine Coop-Filiale: Der Reingewinn des Unternehmens ist gesunken. Quelle: © KEYSTONE / GAETAN BALLY

Coop hat zwar mehr Betriebsgewinn erzielt, aber unter dem Strich weniger verdient. Der Reingewinn liegt nun wieder auf der Höhe von 2016.

Veröffentlicht am 19.02.2019

Das eingestellte Internet-Warenhaus Siroop, das Coop zusammen mit Swisscom betrieben und 2018 geschlossen hatte, riss ein Loch in die Kasse von Coop. Das zeigte sich bei der Präsentation des Betriebsergebnisses am Dienstag. 

Coop-Präsident Hansueli Loosli bestätigte letztes Jahr im «Handelszeitung»-Interview eine «verbrannte» Summe von 140 Millionen Franken. Siroop wurde in der Folge in Coops Online-Plattform Microspot integriert.

Das machte sich als Bremsspur auch im Coop-Betriebsergebnis für 2018 bemerkbar: Gemäss Coop-Chef Joos Sutter belastete die Siroop-Integration in Microspot den Betriesgewinn Ebit um 35 Millionen Franken. Korrigiert um diesen Betrag wäre das Ergebnis - es lag 2018 bei 772 Millionen Franken - in etwa auf Vorjahreshöhe (806 Millionen Franken) zu liegen gekommen. 

Reingewinn auf Niveau von 2016

Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) stieg beim Detailhändler um 5,5 Prozent auf 2,1 Milliarden Franken an. Der Reingewinn sank dagegen um 2,6 Prozent auf 473 Millionen Franken. Damit ist der Reingewinn in etwa wieder auf dem Niveau von 2016 angekommen. Damals hatte Coop einen Gewinnsprung von 14 Prozent auf 475 Millionen Franken gemacht. Der  Konzernumsatz wuchs um 5 Prozent auf 30,7 Milliarden Franken, wie das Unternehmen bereits im Januar bekanntgegeben hatte.

Grosshandel und Produktion legen zu

Hauptgrund für das starke Wachstum war der Geschäftsbereich Grosshandel und Produktion. Dieser konnte den Umsatz um 9,0 Prozent auf 14,2 Milliarden Franken verbessern. Das deutliche Plus ist zu einem guten Teil Akquisitionen zu verdanken, welche die Hälfte des Wachstums beisteuerten.

Kräfig zugelegt hat die Transgourmet-Gruppe. Die in zahlreichen europäischen Ländern im Grosshandel tätige Coop-Tochter steigerte den Nettoerlös um 6,9 Prozent auf 9,7 Milliarden Franken. Damit habe sie ihre Position als zweitgrösstes Unternehmen im europäischen Abhol- und Belieferungsgrosshandel weiter ausbauen können, schrieb Coop im Communiqué.

Gewachsen ist Coop aber auch im Detailhandel, der den Nettoerlös um 1,9 Prozent auf 17,7 Milliarden Franken steigerte. In den Supermärkten fiel das Umsatzplus indes nur moderat aus: Mit 10,4 Milliarden Franken lag der Nettoerlös der Coop-Läden um 0,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Dagegen legten die Fachformate deutlicher um 3,6 Prozent auf 7,3 Milliarden Franken Umsatz zu.

(awp/tdr/mbü/ag)

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