Einer der beiden Männer ist die reichste Person in Mexiko, der andere, ebenfalls ein Milliardär, hat während seiner neun Jahre als Chairman eines Chemie-Unternehmens die beste Aktien-Erträge des Landes geliefert. Zusammen bringen sie jetzt einen Zementhersteller an die Börse.

Elementia SAB, an der Carlos Slim mit 49 Prozent und Antonio del Valle Ruiz mit 51 Prozent beteiligt sind, will bei dem IPO am 9. Juli rund 4,5 Milliarden Pesos einsammeln (259 Millionen Euro). Die beiden wollen die Einnahmen nutzen, um kleinere Konkurrenten aufzukaufen. Letztlich soll es gelingen, einen ernsthaften Konkurrenten für Cemex SAB aufzubauen, den derzeit grössten Zement-Konzern der westlichen Hemisphäre.

Erste Zement-IPO seit mindestens 15 Jahren

Es ist das erste Zement-IPO in dem Land seit mindestens 15 Jahren. Erstmals können Händler zusammen mit den Milliardären in eine einzelne Aktie investieren.

Slim, der über den Telekom-Sektor ein Vermögen von rund 68 Milliarden Dollar (61 Milliarden Euro) anhäufen konnte, hat seit 2013 keines seiner Unternehmen mehr an die Börse gebracht. Damals wagte er mit der Restaurantkette Grupo Sanborns SAB ein IPO. Del Valle wiederum war es mit dem Chemie-Unternehmen Mexichem SAB zwischen 2002 und 2011 gelungen, den Aktienertrag um das 76-Fache zu steigern.

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«Sie sind keine Amateure»

«Jeder der beiden ist am Markt hoch angesehen», sagt Monex-Analyst Fernando Bolanos im Bloomberg-Interview. «Sie sind keine Amateure.»

Elementia, die auch Metalle, Plastik und Baumaterialien herstellt, hat ihre Wurzeln im Jahr 1932 bei einer Firma mit dem Namen Eureka Mexico. Derzeit ist Elementia Nummer fünf unter Mexikos Zement-Unternehmen.

«Wir profitieren von der Unterstützung unserer wichtigsten Aktionäre», heisst es in einer Pflichtmitteilung von Elementia vom 25. Juni. «Sie haben eine lange Geschichte der Schaffung von Werten in verschiedenen Regionen und Branchen vorzuweisen.»

250 Millionen Dollar aus den IPO-Erlösen

Aus der Pflichtmitteilung geht hervor, dass das Unternehmen mit Sitz in Mexiko-Stadt über die kommenden drei Jahre rund 250 Millioen Dollar aus den IPO-Erlösen investieren will - hauptsächlich zur Erhöhung der Zement-Produktion. Rund 45 Millionen Dollar sollen in die letzte Rate für den Erwerb der 47 Prozent an Cementos Fortaleza fliessen, die Elementia nicht schon selbst besitzt. Verkäufer ist Lafarge SA, der Konkurrent aus Paris. Die 225 Millionen Dollar schwere Übernahme der Anteile war vergangenes Jahr angekündigt worden. Fortaleza, bekannt für das Sponsoring von professionellem Wrestling, ist die Haupt-Zementsparte von Elementia.

Elementia erwäge den Kauf von kleinen und mittelgrossen Zementfirmen, hatte ein Unternehmensvertreter bei einem Interview im Mai erklärt. Zudem könne es möglich sein, dass Elementia versuche, neue Werke zu bauen.

«Es macht Sinn, dass Elementia expandieren will»

Als del Valle, 77, noch Mexichem führte, hatte er ebenfalls Übernahmen dazu genutzt, um die Umsätze zu erhöhen. Allein 2010 gab es fünf Zukäufe. Mexichem ist der grösste Hersteller von Plastikrohren in Lateinamerika.

«Es macht Sinn, dass Elementia expandieren will», erklärt Sonia Baldeira, Analystin bei Bloomberg Intelligence, in einem Interview in London. «Es geht darum, das Portfolio und die Kapazität auszuweiten. Es gibt Spielraum im Markt, um erfolgreich zu sein, auch wenn der Wettbewerb heftig ist.»

(bloomberg/ccr)