Zwölf Jahre nach der globalen Finanzkrise stehen Banken rund um den Globus vor grossen Herausforderungen: der wirtschaftlichen Abkühlung und der Anpassung an den technologischen Wandel. Ihre Antwort: Stellenabbau. Mit dem heute angekündigten Chefwechsel bei der UBS steht der Kurs der Bank ebenfalls unter diesen Vorzeichen. Ermottis Nachfolger Ralph Hamers ist als striker Sparer bekannt.

Die Credit Suisse befindet sich bereits auf diesem Weg: Die Nummer zwei der Schweiz baute im Rahmen des von Ex-Chef Tidjane Thiam angestossenen Umbauprozesses zwischen 2016 und 2018 weltweit Tausende Jobs ab. Folgt jetzt der Thiam-Moment bei der UBS?

Bei der ING kürzte Ralph Hamers 12 Prozent der Stellen

Ralph Hamers, bislang Chef der niederländischen ING-Bank, wird im November CEO der UBS. Bei der ING strich Hamers 7000 Jobs – etwa zwölf Prozent der Belegschaft mussten also gehen. Derzeit beschäftigt die UBS rund 68'000 Mitarbeiter weltweit. Sollte der Niederländer ebenso radikal Stellen kürzen wie bei seinem bisherigen Arbeitgeber, könnten bei der UBS rund 8000 Jobs wegfallen.

Welches Ausmass der Jobabbau annehmen kann, zeigt als jüngstes Beispiel die britische Grossbank HSBC: 35'000 Beschäftigte sollen in den nächsten drei Jahren entlassen werden, das sind 15 Prozent der weltweit 235'000 Beschäftigten. Der Kahlschlag trifft vor allem Asien. Die Bank will so 4,5 Milliarden Dollar einsparen. 

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Tatsächlicher Jobabbau viel höher

Mit der Ankündigung der HSBC ist die Zahl des in diesem Jahr geplanten Stellenabbaus auf 38'573 angestiegen. Die tatsächliche Zahl könnte allerdings noch viel höher sein, denn viele Geldhäuser legen ihre Pläne gar nicht offen. Bislang haben laut «Bloomberg» acht Banken angekündigt, in diesem Jahr Stellen abzubauen.

Bereits 2019 kündigten mehr als 50 Banken an, rund 78'000 Arbeitsplätze zu streichen. Den bisher grössten Jobabbau gab es 2015 mit rund 91'000 Stellen – die meisten davon in Europa. Denn die europäischen Geldhäuser sind seit Jahren zusätzlich durch Niedrigzinsen belastet, und auf absehbare Zeit dürfte sich daran auch nichts ändern. 

Seit 2014 sind laut «Bloomberg» mehr als 465'000 Jobs in der Bankenbranche wegfallen bzw. werden noch abgebaut. Zum Vergleich: Die grösste US-Bank JP Morgan Chase beschäftigte Ende vergangenen Jahres rund 257'000 Mitarbeiter.

(mit Material von Bloomberg)