Im Stau stehen könnte bald ein Ärgernis der Vergangenheit sein: Verschiedene Technikunternehmen, darunter Flugzeugbauer Airbus, Google und Fahrdienstvermittler Uber, tüfteln an fliegenden Autos. Airbus zufolge könnte eine Reise von A nach B künftig so aussehen: Man bucht per App einen Platz in einem selbstfliegenden Lufttaxi. Dieses holt einen vor der Haustür ab und bringt einem zum gewünschten Landeort.

Auch ein Schweizer Startup mischt im Rennen um den Luftraum mit: Daedalean baut den Autopiloten für selbstfliegende, elektronische Transportmittel. Noch sei die Regulierung für solche Experimente zwar zu streng, sagt CEO Luuk van Dijk. Er rechne aber damit, dass die ersten fliegenden Autos in fünf bis zehn Jahren auf den Markt kommen. Bis dahin will Daedalean mit seinem Autopiloten bereit stehen.

So teuer wie ein Tesla

Im Interview erklärt der promovierte Physiker und ehemalige Google-Mitarbeiter, wieso es für ihn Sinn macht, in eine Technik zu investieren, die noch nicht erlaubt ist und wieso sein Autopilot die fliegenden Taxis künftig für viele erschwinglich machen würde:

 

«Jeder der sich jetzt einen Tesla kaufen kann, soll sich künftig ein persönliches Transportflugzeug leisten können», so van Dijk. Einen ersten Prototyp will das Startup nächstes Jahr vorführen. 2021 soll der Autopilot so weit sein, dass er die menschliche Pilotenprüfung bestehen kann, so van Dijk.

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Besser als der Pilot

Dafür analysiert bei Daedalean eine Pilotin, welche Tests ein menschlicher Pilot bestehen muss, um seine Zertifizierung zu erlangen. Sie versucht, diese Elemente für den Autopiloten zu übersetzen. Mit diesen Anforderungen im Hinterkopf konzipieren Ingenieure, Robotics- und Computerspezialisten dann den Autopiloten. Um die Behörden von der Erfindung zu überzeugen, muss dieser zeigen, dass er besser ist als der Pilot aus Fleisch und Blut:

 

Besonders wichtig ist, den Autopiloten auf unerwartete Events vorzubereiten - nämlich auf die Fälle, in denen menschliche Piloten normalerweise ihren Autopiloten ausschalten und selber fliegen würden. Van Dijk ist überzeugt, dass die Maschine das Potenzial dazu hat, in solchen Situationen besser abzuschneiden:

 

Bestimmte Anwendungen des Autopiloten könnten von künstlicher Intelligenz, also AIs, übernommen werden: Etwa die Kommunikation mit der Luftraumüberwachung. Diese mache einen Grossteil der Pilotenleistung aus, sagt Deadelean-Chef van Dijk.

Autpiloten für selbstfliegende Flugzeuge

Deadalean ist mit seiner Vision nicht alleine. Airbus will mit seinem selbstfliegenden Luftaxi Vahana das erste pilotenlose Flugzeug auf den Markt bringen. 2017 sollen erste Tests stattfinden.

Van Dijk von Daedalean macht sich darüber keine Sorgen. Im Gegenteil: «Klar, können die grossen Player die Technik auch intern entwickeln», sagt er. Die Konkurrenz dieser Unternehmen sei dann umso glücklicher, mit Daedalean zu reden, so van Dijk. «Viele Grossunternehmen verlassen sich gerne darauf, dass kleine, agile Outsider wie wir die riskanten Innovationen für sie austüfteln.»