Richter und Rechtsanwälte aus der ganzen Schweiz, hohe Bundesbeamte und die Bundesräte Christoph Blocher und Joseph Deiss nahmen im «Bernerhof» am Abschiedsfest von Heinrich Koller teil, der 18 Jahre lang als Direktor des Bundesamts für Justiz auch Bundesräte an die geltenden Gesetze erinnert hat. Es ist kein Geheimnis, dass vom Justizdirektor unter der Ägide Blochers – nach Kopp, Koller und Metzler – ein gerüttelt Mass an Überzeugungskraft gefordert wurde. Es sei das erste Mal, dass er als Bundesrat an einer Abschiedsparty teilnehme, sagte Christoph Blocher in seiner witzigen und gewitzten Rede und verriet, dass die von den Boulevardmedien inszenierte Hundehatz, für die sich Bundesrat und Parlamentarier einspannen liessen, durch einen Einspruch vom Justizdepartement abgebrochen worden sei. Heiri Koller habe ihn wie immer mit seiner hohen Kompetenz daran erinnert, dass vom Bundesgericht auf diese Weise keine Rückendeckung zu erwarten sei. Koller wird weiterhin als Professor an der Universität Basel lehren und in Basel in einer Advokatur tätig sein.

Während der Premiere von «Tiefland» jubelten, brüllten und pfiffen direkt neben dem Zürcher Opernhaus in Fahnen gehüllte Fussballfans. Der
Unterschied zu den bieder gekleideten und brav wirkenden Premierengäste war frappant. Doch so scharf lassen sich Fussball- und Opernfans nicht trennen. Noch während des Premierenapplauses machte Opernhaus-Direktor Alexander Pereira einen kurzen
Abstecher zu einem Fenster im Foyer, um einen Blick auf die Resultate auf der Fussball-Grossleinwand zu erhaschen. Peter Weibel, Präsident der Zürcher Festspiele und Verwaltungsrat der Credit Suisse, stellte erfreut fest, dass das reiche Kulturprogramm trotz Fussball-WM sogar leicht mehr Publikum angezogen hat als im Vorjahr. Als Favoritin erwies sich die Tonhalle mit ihren Konzerten.

Dino Arici, dem Gründer und Chef des Classic Openair in Solothurn, und Hauptsponsorin Credit Suisse war das Wetterglück (fast) ununterbrochen hold. Rund 11 000 Freunde des Belcanto genossen die herrlichen Sommerabende im Freien.

Nicht bloss strahlendes Wetter, sondern auch frische, saubere Bergluft animierte das im Rahmen der Davidoff-Saveurs-Genusswoche stattfindende Golfturnier. Viele der mit «Gault Millau»-Punkten dotierten Köche und Kochbuchautoren wie André Jaeger von der Schaffhauser «Fischerzunft», Robert Speth von der «Chesery» in Gstaad oder
Martin Dalsass, der Meister aus dem Tessin, der neu auch im «Klösterli» in Gstaad mitwirken wird, massen sich statt in der Küche auf dem Golfplatz. In der Küche des Golfclubs zauberten die Brüder Alexander Rufibach vom «Brunnen» in Fraubrunnen BE und Heinz Rufibach, Chef de Cuisine im «Alpenhof» in Zermatt, die Köstlichkeiten für die Gala hin.
Als letzter Flight des Turniers starteten Adriana und Marcel Ospel mit Werber Fredy Collioud, Publicis, und Hans-Ueli Götz, UBS. Marcel Ospel wollte sich beim Abschlag nicht fotografieren lassen – er müsse sich voll konzentrieren, erklärte er. Die Freizeit des Bankiers ist wohl zu knapp bemessen, um Golf zu üben und ebenso gut und schwungvoll zu spielen wie seine Ehefrau, die Unternehmerin Adriana Ospel-Bodmer. Die Chefin von Adbodmer spielt zudem schon länger Golf.

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Das Annual Meeting der Swiss-American Chamber of Commerce im Zürcher Kongresshaus bot einmal mehr einen Grossaufmarsch von bekannten Wirtschaftsköpfen. Schade bloss, dass das Referat von Urs Ziswiler, dem neuen Schweizer Botschafter in Washington, inhaltlich enttäuschend war. Doch wer weiss, vielleicht liegt während seines Einsatzes in Washington noch eine Steigerung drin?