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Spekulanten wetten auf Absturz von Yoox

Yoox: Grosse Konkurrenz. zvg

Der Online-Kleidermarkt wird zunehmend härter. Neben Zalando und Co. mischt auch die Yoox-Gruppe mit, die zu Richemont gehört. Einige Aktienanalysten sind vom Luxushop nicht eben überzeugt.

Von Christian Bütikofer
am 02.06.2017

Aktienspekulanten haben es auf Yoox Net-a-Porter abgesehen, die zu 50 Prozent zum Schweizer Richemont-Konzern um Johann Rupert gehört. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg seien fast 17 Prozent der in Mailand kotierten Yoox-Net-a-Porter-Aktien von Shortsellern geliehen worden. Die Agentur bezieht sich dabei auf Daten von IHS Markit. Die Analysten von IHS Markit verzeichneten eine Verdreifachung der so gehaltenen Papiere – im europäischen Luxuskleidermarkt nimmt Yoox damit bei Spekulanten die Spitzenposition ein.

Das Shortselling nahm zu, obwohl Yoox für dieses Jahr die Prognosen bestätigt hat und 20 Prozent mehr Wachstum verspricht. Obwohl E-Commerce im Luxusbereich noch in den Kinderschuhen steckt, kämpfen im Internet immer mehr Marken und Shops um die reiche Kundschaft. Laut Bain & Co. ist der Onlinehandel für Luxusgüter 2016 um 13 Prozent gewachsen. Der Konkurrenzkampf wird zunehmend härter, seitdem sich auch Zalando, Amazon und Farfetch einen Teil vom Kuchen sichern wollen. Sie konkurrieren bereits etablierte Seiten wie MyTheresa, Matchesfashion.com oder Luisa Via Roma.

Neuer Konkurrent aus Frankreich

Dabei wurde Yoox vor wenigen Jahre noch als Erfolgsmodell gefeiert. Das Magazin «Wired» bescheinigte dem Unternehmen im Herbst 2014 noch die Vorreiterrolle im Onlinegeschäft für die Branche zu und titelte «Wie Yoox die Luxusgüter-Industrie auf Digital getrimmt hat».

Inzwischen kann sich auch der weltgrösste Luxusgüterkonzern Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) dem Web nicht länger verschliessen. Letzten Monat stiegen die Franzosen mit 24Sevres.com in den Wettstreit ein. Im Visier von 24 Sèvres ist Yoox Net-A-Porter - die Nummer zwei der Luxuskonzerne hat mit der Handelsplattform Zugang zu drei Millionen aktiven Nutzern in 100 Ländern.

Laut Reuters nimmt LVMH für die Lancierung von 24 Sèvres mehrere Millionen Euro in die Hand. Die Seite startet gleichzeitig in 70 Ländern. Es handelt sich um die grösste Investition des Konzerns in die Digitalisierung seit der Abwerbung des Apple-Music-Managers Ian Rogers im Jahr 2015. Dieser ist offenbar die treibende Kraft hinter dem Gang ins Internet.

Fusion Ende 2015

Die im Oktober 2015 fusionierte Onlinehandelsplattform Yoox Net-A-Porter Group hatte 2015 ein pro forma Umsatzplus von 21 Prozent zu konstanten Wechselkursen auf 1,7 Milliarden Euro (1,87 Milliarden Franken) erzielt. In Euro war dies ein Anstieg um 31 Prozent. Dabei stieg die Zahl der durchschnittlichen monatlichen Besucher der Plattform um fast 15 Prozent auf 27,1 Millionen. Daraus entstanden 7,1 Millionen Bestellungen – ein Plus von knapp 22 Prozent.

(Mit Material der Nachrichtenagentur Bloomberg)

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