Als GB Mining Holding im Mai 2008 an die Börse Frankfurt kam, war die Euphorie gross. Schliesslich hielt die Schweizer Jungfirma eine Mehrheit an der GB Phosphate Mining, die über Abbaurechte an einer Phosphatmine in Guinea-Bissau verfügte. Das versprach saftige Gewinne. Als im Juli Ex-Valora-Chef Reto Hartmann das Präsidium übernahm, galt GB Mining endgültig als seriös. Dann platzte der Traum: Die Regierung des afrikanischen Staates beendete per ­sofort die Geschäfte mit der Firma. Hartmann verabschiedete sich im November 2008. Da waren die ­Aktien abgestürzt.

Wochen später übernahm Hartmann das Präsidium bei United Commodity. Mit seinem neuen Partner Jochen Schäfer entwickelte er ein Geschäftsmodell: in Kanada aus Minenabraum Reste von Edelmetallen zu gewinnen. Obwohl viele Fragen offen sind, kam die Idee an – die Aktien sind auf Dauerhausse eingestellt. Der Ausgang des Goldwäscher-Abenteuers ist noch offen. Jochen Schäfer geniesst in ­Anlegerkreisen keinen guten Ruf. Er war schon mehrmals dabei, als Firmen unter die Räder gerieten. Beispielsweise bei PetroCapital Resources mit Sitz in London und Zollikon. 2008 übernahm Schäfer das im Ölgeschäft aktive Unternehmen. Die Börse klatschte Beifall, die Marktkapitalisierung schoss auf weit über 100 Millionen Euro hoch. Als die Pläne zerplatzten, rauschte der Aktienkurs in den Keller. Gegen Schäfer laufen in Deutschland mehrere Strafuntersuchungen, auch die britische Börsenaufsicht ermittelt.

Völlig abgeschmiert ist Schäfer auch mit der in Zürich niedergelassenen Mobile Freshness, einer Eigenkreation. Das als «erfolgreiches neues Werbemedium» angepriesene Produkt ist ein simples Erfrischungstüchlein, mit dem der Kunde werben kann. Das schien die Investoren nicht zu kümmern: Der Kurs schoss in die Höhe, um danach in die Tiefe zu stürzen. Heute sind die Titel dekotiert. Schäfer will es nochmals wissen. Er schickt die Firma mit drei neuen Mitarbeitern erneut in den Markt.