Der Ärger bei Stadler Rail war riesig: Anfang November 2025 vergaben die SBB einen Grossauftrag für 116 Doppelstockzüge für die S-Bahn an Siemens – und eben nicht an den Thurgauer Zugbauer. Das Unternehmen von Patron Peter Spuhler (67) sprach von einer «grossen Enttäuschung» und später von einer «nicht nachvollziehbaren Bewertung» durch die Bundesbahnen. Stadler hat deshalb Rekurs gegen die Vergabe eingereicht.

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Jetzt aber werden die beiden Konkurrenten zu Partnern – und zwar in Dänemark. Das Konsortium aus Stadler und Siemens einen prestigeträchtigen Auftrag von den Dänischen Staatsbahnen (DSB) erhalten. Konkret haben die DSB mindestens 226 vollautomatische Züge bestellt. Zuerst berichtete das «St. Galler Tagblatt» darüber.

Peter Spuhler

Stadler-Patron Peter Spuhler.

Quelle: Keystone

Auftrag für 2,9 Milliarden Franken

Mit den Zügen wollen die Dänen das S-Bahn-Netz der Hauptstadt Kopenhagen modernisieren. Es handle sich um «die grösste Veränderung in der über 90-jährigen Geschichte der S-Bahn», schreiben die Staatsbahnen in einer Medienmitteilung. Das lassen sich die Dänen einiges kosten: Inklusive Wartung in den Folgejahren entspricht der Auftrag einem Wert von 2,9 Milliarden Franken. Ab 2032 sollen die Stadler-Siemens-Züge in Kopenhagen unterwegs sein.

Die neuen Züge sind bis zu 120 km/h schnell, 56 Meter lang – und eine Art Robotaxi auf Schienen. Sie erlauben automatisierte Fahrten ohne Lokführer. Der Zugbetrieb läuft einzig über die Leitstelle. Damit sollen Fahrten in kürzeren Zeitabständen möglich sein.

Mehrfach mit Siemens kooperiert

Trotz des Ärgers in der Schweiz: Es ist nicht das erste Mal, dass Stadler und Siemens miteinander kooperieren. 2021 gewann das Konsortium eine Bestellung von 24 U-Bahn-Zügen für Lissabon. Und im August 2025 angelten sich die zwei Mitbewerber einen 15-Milliarden-Auftrag für das S-Bahn-Netz von Berlin geangelt – zusammen mit der Deutschen Bahn.

Stadler hat bereits Erfahrungen mit Rollmaterial für Dänemark. In den Städten Aarhus und Odense sind bereits Stadler-Züge unterwegs. Der Schweizer Zugbauer rechnet nicht damit, dass der hängige Rekurs gegen die SBB-Vergabe einen Einfluss auf die Zusammenarbeit mit Siemens in Kopenhagen hat. Der Rekurs richte sich nicht gegen Siemens, sondern gegen die Bewertung der Angebote durch die SBB, so der Zugbauer gegenüber dem «Tagblatt».