Seit dem 1.April fliegen die Piloten der Swiss ohne gültigen Gesamtarbeitsvertrag. Nun haben auch die letzten Gesprächsrunden zwischen dem Pilotenverband Aeropers und der Schweizer Airline zu keiner Einigung geführt. 

Laut einem Communiqué der Swiss vom Freitag haben die Piloten ein um über 60 Millionen Franken aufgebessertes Angebot der Fluggesellschaft abgelehnt. Die Piloten halten das Angebot für ungenügend. Und drohen jetzt mit Streik.

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Aeropers starte nun die Vorbereitungen für den «Plan B». Konkret: Er beginnt diesen Freitag den Abstimmungsprozess über eine Arbeitsniederlegung. «Die Geschäftsleitung der Swiss lässt uns mit ihrem Verhalten keine andere Wahl, als weitere Optionen vorzubereiten. Das machen wir mit der Auslösung des Abstimmungsprozesses für eine Arbeitsniederlegung», wird Thomas Steffen, Vorstand des Pilotenverbandes, in einer Medienmitteilung zitiert.

Stimmten die Mitglieder dem Antrag des Vorstandes zu und lege die Swiss-Leitung in der Zwischenzeit kein «deutlich verbessertes» Angebot vor, seien ab dem 17.Oktober Streikmassnahmen möglich. 

Swiss bedauert das Scheitern

Die Swiss wiederum betont in ihrem Communiqué, dass das neueste Angebot eine «deutliche» Verbesserung darstelle – auch gegenüber dem letzten Gesamtarbeitsvertrag aus dem Jahr 2018. «Dies trotz der durch die Corona-Pandemie gestiegenen Schuldenlast und der unsicheren Weltwirtschaftslage», heisst es weiter.

Die Pilotengewerkschaft Aeropers habe dagegen Forderungen im Umfang von über 200 Millionen Franken gestellt. Die Forderungen von Aeropers würden über die vereinbarte Vertragslaufzeit von vier Jahren die Cockpitpersonalkosten von rund einer Milliarde um total über 200 Millionen Franken erhöhen.

Die Swiss bedaure das Scheitern der Verhandlungen, sie stehe für weitere Gespräche aber zur Verfügung.

Lufthansa fand Einigung mit Piloten

Eine Übereinkunft gefunden haben dagegen die Swiss-Eignerin Lufhansa und ihre Piloten. Nachdem es Anfang September noch zu einem Streik gekommen war, einigten sich die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und die Airline kürzlich auf Gehaltserhöhungen und eine Friedenspflicht bis zum 30. Juni 2023. 

(SDA/mth)