Schweizer Familienunternehmen zählen mit zu den erfolgreichsten weltweit. Drei Konzerne sind sogar in den Top 100 vertreten.

So verteidigte der Pharmakonzern Roche laut einer Studie von EY vom Dienstag seinen 16. Rang im Global Family Business Index. Ebenfalls im Kreis der Top 100 hielt sich der Logistiker Kühne+Nagel, der sich auf Platz 45 von 66 verbesserte.

Neu hinzugekommen ist Richemont auf Rang 79 nach Platz 101 im Vorjahr. Der gesamte Index listet die 500 umsatzstärksten Familienunternehmen weltweit auf und wird gemeinsam von der Universität St. Gallen und EY herausgegeben. Als Familienunternehmen zählen dabei auch an der Börse kotierte Konzerne mit dominanten Familienaktionären.

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Insgesamt schafften es 16 Schweizer Familienunternehmen unter die weltweit Top 500 - damit liegt die Schweiz auf dem 9. Rang. Dazu zählen Firmen wie Emil Frey, Swatch, Schindler oder Stadler Rail. Zusammen erzielen sie einen Umsatz von 235 Milliarden US-Dollar. «Diese starke Positionierung im Ranking zeigt, welche Innovationskraft von Schweizer Familienunternehmen auch auf globalem Niveau ausgeht», wird Sascha Stahl, Leiter Family Business bei EY, zitiert.

USA weiter führend

Das Gesamt-Ranking wird allerdings von den USA angeführt, die 118 Familienunternehmen in die Top-Liste entsenden. Darunter mit dem Einzelhändler Walmart sowie der Finanzholding Berkshire Hathaway auch die beiden führenden Unternehmen.

Auf Platz zwei liegt Deutschland mit 78 Unternehmen, das gleichzeitig mit der Merck KGaA das weltweit älteste Familienunternehmen stellt. Auffallend ist für Professor Thomas Zellweger von der Universität St. Gallen die wachsende Bedeutung Asiens. 2015 hatten nur 61 Unternehmen ihren Sitz in dieser Region, aktuell seien es bereits 79. Zudem stieg deren Umsatz um überdurchschnittliche 21 Prozent.

Familienunternehmen: Die wahren Börsenstars

Anleger sollten vermehrt eigentümergeführte Firmen unter die Lupe nehmen: Sie erzielen seit Jahren eine überdurchschnittliche Performance.

Frauen sind in der Minderheit

Bei allen Firmen gibt es allerdings beim Frauenanteil Nachholbedarf. So sind weltweit gerade einmal 6 Prozent der CEOs weiblich, in Europa und Nordamerika liege dieser Anteil mit je 7 Prozent nur leicht höher, in Asien mit 4 Prozent noch tiefer. In der Schweiz wird sogar keines der erfassten Familienunternehmen von einer Frau geführt. «Bei Nachfolgeregelungen in Familienunternehmen setzen sich Frauen nicht im gleichen Mass an die Spitze durch wie in anderen Unternehmen», so Stahl.

(sda/mbü)