Es ist ein Hin und Her: Am Donnerstag sprach sich der – wichtige – Stimmrechtsberater ISS gegen die Kapitalerhöhung aus, die zur Fusion von Sunrise und UPC nötig ist. Damit schienen die Chancen des Projekts deutlich geschwunden. Jetzt kommt der andere wichtige Stimmrechtsberater Glass Lewis und sagt ja.

«Im heutigen Konkurrenz- und Marktumfeld war und bleibt die vorgeschlagene Akquisition von UPC der beste Weg nach vorne für Sunrise», schreibt Glass Lewis in einem Memo, das HZ vorliegt.

Mehrere Faktoren würden für den Plan sprechen, zum Beispiel:

  • Es entstünde ein nationaler Herausforderer für Swisscom, der zugleich weniger abhängig wäre vom Netzwerk des Marktführers.
  • Es könnten klare Synergien im Umfang von 3,1 Milliarden Franken realisiert werden.
  • Das Management und der Verwaltungsrat hätten einen erwiesenen Track Record bei der Erarbeitung und Durchsetzung ihrer Strategien.
  • Die jüngste Entwicklung bei UPC, die bei aller Vorsicht in der Betrachtung die Logik und den Preis des Deals unterstütze.
  • Der vernünftige Preis.

85 zu 15 Prozent

Anders als die Gegner um den grössten Aktionär Freenet erachtet Glass Lewis den Preis als adäquat. Die Analysten spielen diverse Methoden durch und kalkulieren dabei, dass mehrere Upside- und Downside-Szenarios eintreffen könnten. Ihr Fazit: Die Wahrscheinlichkeit liege bei 15 Prozent, dass der Wert von UPC unter den gebotenen 6,3 Milliarden Franken liegt – während die Chance 85 Prozent sei, dass UPC am Ende höher bewertet werde; auch dank der Synergien.

ISS, der opponierende Stimmrechtsberater, hatte den «fair value» von UPC bei 4,6 bis 5,2 Milliarden Franken veranschlagt. 

Am 23. Oktober müssen die Aktionäre des Schweizer Telekom-Konzerns darüber abstimmen, ob sie eine Kapitalerhöhung bewilligen; diese wird benötigt, um die Übernahme des Kabelnetzbetreibers UPC zu stemmen. Der grösste Aktionär, die deutsche Telekom-Firma Freenet, stellt sich offen gegen den Plan. Laut Berechnungen der Nachrichtenagentur «Reuters» muss das Sunrise-Management mit einer 30prozentigen Ablehnungsquote unter den grösseren Aktionären rechnen. Auf Beraterseite hatte sich Ethos für die Fusion ausgesprochen, ferner die unterm Namen «zRating» bekannte Ratingagentur Inrate.

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Zugleich steht die Abwahl von Sunrise-Präsident Peter Kurer und des Verwaltungsrats Jesper Ovesen auf der Traktandenliste: Das war von der Fondsfirma Axxion gefordert worden. Hier empfehlen die Stimmrechtsberater von Glass Lewis ein Njet.

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(rap | mil)

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