Als Superstar Madonna im Januar mit Swiss von Genf nach New York flog, brachte sie Harry Hohmeister perfekte Werbung. Sonst muss der Swiss-Chef für sein Glück hart arbeiten – gerade in Genf. Billigflieger EasyJet hat diesen Markt mit 38 Prozent Anteil im Griff. Swiss hält 15 Prozent. Dies soll sich ändern. Die Swiss-Manager arbeiten an einer Abwehrstrategie, die das Swiss-System generell aufbrechen wird. Swiss kann nicht mehr überall mit fast gleichem Angebot antreten. Die Airline wird an Punkten wie Zürich, Basel und Genf vermehrt verschieden agieren. Im Gespräch sind divergierende Tarif- und Kostenstrukturen, eventuell verstärkt Cityhopper-Flüge. Oder auch getrenntere Teams, die flexibler handeln.

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Im Europaverkehr müsse Swiss sich stärker differenzieren, sagte Hohmeister jüngst. Seit August verkauft Swiss bis Ende Jahr in Genf erstmals One-Way-Tickets – für 49 Franken, mit Rückflug maximal für 99 Franken. Dabei hatte Hohmeister solche Preise stets kritisiert. Damit sich so ein Produkt rentiert, braucht die Swiss geringere Kosten. Von der Sitzzahl im Flieger bis zu den hohen Marketingausgaben dekliniert das Swiss-Team alle Optionen durch. Auch die Lohnkosten sind im Gespräch sowie die Frage, ob die teurere Langstrecken-Crew ihre mit dem A319 geflogenen Kurzstrecken an die günstige Swiss-European-Crew abtritt.