Die künftige Strategie der Swiss will Konzernchef Harry Hohmeister am Montag öffentlich machen. Die Belegschaft sollte schon früher auf die Konzernausrichtung eingestimmt werden. Aus diesem Grund wurde bei einem Mitarbeiteranlass laut «Blick» ein knapp sechsminütiger Film präsentiert, der den Unternehmenskurs skizziert.

Dem Bericht zufolge ging das Vorhaben aber nach hinten los: Zahlreiche Angestellte verliessen noch vor dem Ende des Videos den Saal, aufgrund wütender Proteste mehrerer Mitarbeiter zeigte Hohmeister den Film nicht bis zum Schluss.

«Weit entfernt von fairem Wettbewerb»

Der Strategiefilm mit dem Titel «Next Generation Airline» kursiert mittlerweile im Internet. Darin wird zunächst die Situation der Luftfahrtbranche geschildert und die Kritik der Swiss an «staatlich unterstützten Infrastrukturen ohne jegliche Einschränkungen» im Nahen Osten wiederholt.

Die Swiss beklagt seit Längerem eine ungleiche Konkurrenz mit den arabischen Airlines Qatar Airways, Emirates und Etihad, die zu anderen Kosten fliegen können als die europäischen Airlines, die - so der Tenor - unter Gebühren und Verboten leiden. Fazit. «Wir sind weit entfernt von fairem Wettbewerb.»

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Harte Verhandlungen mit Lieferanten und Gewerkschaften

Dem Dilemma will die Swiss dem Film zufolge mit einem Fünf-Punkte-Plan entgegentreten. Dabei möchte die Swiss ihr Angebot zum einen ausbauen: mehr Service, neue Flugzeuge, mehr Flüge ab Zürich. Das wäre folgerichtig, da die Swiss ab dem Frühjahr 2015 der Lufthansa-Billiglinie «Eurowings» in Basel Platz machen soll.

Am Schluss des Films wird in launigen Worten die unbequeme Botschaft präsentiert. Die Airline möchte «Kostenstrukturen verbessern und die Effizienz steigern». Zuvor wird in dem Film mehrfach betont, wie wichtig «motivierte Mitarbeiter» für den Konzern seien. Zugleich rechnet die Swiss mit «harten Verhandlungen mit unseren Lieferanten, Partnern und mit den Gewerkschaften».

Erst vergangene Woche hat die Airline den Gesamtarbeitsvertrag mit dem Pilotenverband Aeropers per Ende November 2016 gekündigt. Zuvor hatten die Piloten protestiert, da die künftigen Langstreckenjets Boeing 777 von Piloten geflogen werden sollen, die mit tieferen Löhnen bei der Tochter Swiss European Airlines angestellt sind. Aeropers wirft der Swiss Ignoranz gegenüber der Sozialpartnerschaft vor.

Das interne Strategievideo der Swiss.