Der Zusammenschluss von UPC und Sunrise werde die Marktdynamik im Schweizer Telecom-Markt nicht grundsätzlich ändern: Dies sagte Urs Schaeppi, der CEO von Swisscom, in einer Telefonkonferenz am Donnerstag. «Der Wettbewerb wird hart bleiben und von Innovationen getrieben sein», so Schaeppi: «Die Preise werden sicher nicht hoch gehen.»

Es sei nicht überraschen, dass es eine Konsolidierung in der Telekombranche gebe. Dies zeige ein Blick ins Ausland. Die Konsolidierung werde von den Kunden getrieben, die immer mehr Bündelangebote nachfragten.

Zudem suchten die Telekomanbieter wegen des Preis- und Margendrucks Synergien. Und grössere Unternehmen könnten die nötigen Investitionen für den Ausbau der Mobilfunk- und Glasfasernetze besser stemmen, erklärte Schaeppi: «Der Wettbewerb spielt heute und wird auch morgen spielen».

Gute Chancen

Im Hintergrund steht, dass in der Schweizer Telekombranche ein weiterer Versuch ansteht, einen grossen Swisscom-Konkurrenten aufzubauen: Die UPC-Besitzerin Liberty Global will Sunrise kaufen. Der Deal hat einen Wert von 6,8 Milliarden Franken.

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Liberty Global bietet 110 Franken pro Sunrise-Aktie, 32 Prozent mehr als im Durchschnitt der letzten 60 Tage. Sunrise-Grossaktionärin Freenet habe sich verpflichtet, ihre gesamte Beteiligung an Sunrise von gut 24 Prozent anzudienen – insofern sind die Chancen beträchtlich, dass die Fusion zustandekommt. Der deutsche Telecom-Anbieter Freenet hatte im vergangenen Jahr noch die geplante Übernahme von UPC durch Sunrise platzen lassen.

Marktanteile: 1/3 bis 1/4

Mit dem Zusammenschluss entstehe ein grösserer Konkurrent für Branchenprimus Swisscom, so auch eine Erklärung in der Mitteilung. Sunrise-UPC wäre die klare Nummer zwei auf dem Schweizer Markt. Ob im Mobilfunk, im Fernsehgeschäft oder beim Internet – das Unternehmen käme auf Anteile zwischen einem Viertel und einem Drittel. Die Anteile der Swisscom betragen zwischen einem Drittel (TV) und zwei Dritteln (Internet). 

Das kombinierte Unternehmen werde gut positioniert sein, um den Ausbau der Netzinfrastruktur der nächsten Generation – einschliesslich 5G und zukünftiger Technologien – fortzusetzen, so die Mitteilung von Sunrise. Bis im nächsten Jahr sollen 90 Prozent der Schweizer Haushalte mit Internet von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) versorgt werden. Es sei das Ziel, die Geschwindigkeit im Laufe der Zeit bis zu 10 Gbit/s zu erhöhen.

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Im letzten Jahr war es zu einem internen gekommen, nachdem Sunrise die Konkurrentin UPC von Besitzerin Liberty Global übernehmen wollte. Freenet-CEO Christoph Vilanek erwies sich als erbitterter Gegner der Fusionsidee des Sunrise-Verwaltungsrates unter der Leitung von Peter Kurer. Vilanek, dessen Freenet einen Viertel des Schweizer Telecom-Konzerns hält, erachtete den Preis von 6,3 Milliarden Franken als zu hoch.

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(awp/tdr)