Der Basler Agrochemikonzern zündet die erste Stufe seines im Februar angekündigten Sparprogramms. Schon 2015 sollen die Kosten um 265 Millionen Dollar gesenkt werden. Darin seien 75 Millionen Dollar aus einem anderem Effizienzprogramm enthalten, schreibt der Konzern in einer Medienmitteilung. Im Rahmen der Massnahmen sollen zudem 1800 Stellen abgebaut oder verlagert werden.

Vom Abbau oder der Verlagerung von beim Agrochemiekonzern Syngenta ist im grossen Masse auch die Schweiz tangiert. Betroffen sind rund 500 operative Funktionen in Basel, wovon etwa zwei Drittel ins Ausland verlagert werden, wie Syngenta mitteilte.

Stellenabbau verantwortungsvoll umsetzen

Derzeit arbeiten insgesamt 3400 Mitarbeitende in der Schweiz. Syngenta sei in der Schweiz tief verwurzelt und Basel bleibe Hauptsitz. «Wir nehmen unsere soziale Verpflichtung sehr ernst und werden die geplanten Stellenreduktionen und -verlagerungen verantwortungsvoll umsetzen», wird Konzernchef Mike Mack in einer Mitteilung zitiert.

Die starke Verankerung von Syngenta in der Schweiz zeige sich an den laufenden Investitionen in die Schweizer Standorte. Dazu zähle auch der Hauptsitz in Basel, wo über 200 Millionen Franken aufgewendet würden, um nachhaltig ein attraktives und modernes Arbeitsumfeld zu schaffen.

Zeitpunkt nicht zufällig

Zudem seien in Stein im Kanton Aargau weitere 46 Millionen Franken in den Ausbau und die Weiterentwicklung der Anlagen investiert worden. Darüber hinaus werde das Werk für Pflanzenschutzmittelproduktion in Monthey VS mit über 900 Mitarbeitenden auch in Zukunft der weltweit grösste Produktionsstandort von Syngenta bleiben.

Für Martin Schreiber, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, ist der Zeitpunkt der Bekanntgabe des Stellenabbaus nicht zufällig: «Syngenta hat zum einen jetzt die Details bekanntgegeben, um noch in diesem Jahr Rückstellungen für die Umsetzung der heute angekündigten Massnahmen zu bilden.» Zum anderen dürfte der Stellenabbau der Grund dafür sein, dass Syngenta gerade jetzt die Details zu den Kostensenkungen bekannt gibt, sagt Schreiber.

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Umsetzung der Strategie kostet 900 Millionen Dollar

Die heute angekündigten Massnahmen sind der erste Schritt bei der Umsetzung der Anfang Jahr angekündigten Strategie namens «Accelerating Operational Leverage». Mit dem Massnahmenpaket will Syngenta die betriebliche Effizienz verbessern. Der Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2018 rund eine Milliarde Dollar einzusparen. Die einmaligen Kosten zur Umsetzung des Programms beziffert Syngenta auf 900 Millionen Dollar.

Die Kostensenkungen betreffen die Bereiche Vertrieb, Forschung und Administration. Die grössten Einsparungen fallen im nächsten Jahr beim Vertrieb an. Dort sollen 115 Millionen Dollar wegrationalisiert werden. In der Forschung sind Senkungen von 50 Millionen und in der Administration 100 Millionen Dollar geplant.

Schwieriges Marktumfeld

Laut Syngenta-Chef Mike Mack werden dadurch 2015 kurzfristig in einem schwierigen Marktumfeld erste Kosteneinsparungen erreicht. «Indem wir unsere Kostenstruktur im Rahmen unserer integrierten Strategie optimieren, werden wir eine branchenweit führende Effizienz erreichen.»

Syngenta ist der weltweit führende Agrochemiekonzern. In 90 Ländern beschäfigt er über 28'000 Mitarbeiter. Im dritten Quartal des laufenden Jahres hat Syngenta einen Umsatz von knapp 3 Milliarden Dollar erwirtschaftet.


(mit Material von sda)