Die boomende Nachfrage nach Technologiefirmen und erfolgreiche Aktienmarktdebüts in der Corona-Krise haben dem japanischen Investor Softbank zu einem Comeback verholfen. Von Oktober bis Dezember erhöhte sich das Nettoergebnis um das 20-Fache auf 1,17 Billionen Yen (umgerechnet 9,5 Milliarden Franken), wie das Unternehmen am Montag zur Überraschung von Analysten mitteilte.

Die für das Geschäft ausschlaggebenden Vision Funds, die an zahlreichen Startups und börsennotierten Firmen rund um den Globus beteiligt sind, machten einen Gewinn in Höhe von 7,15 Milliarden Franken. Vor Jahresfrist hatte es einen Verlust gegeben, als der fehlgeschlagene Börsengang des Bürovermittlers WeWork weltweit für Schlagzeilen sorgte und den Ruf von Firmenchef und -gründer Masayoshi Son als Visionär und Strippenzieher ankratzte.

Inzwischen ist Son - einer der reichsten Bürger Japans - wieder gewohnt optimistisch: «Man kann nicht sagen, dass der Vision Fund faule Eier legt.» Son vergleicht seine Investitionen gern mit der Gans, die goldene Eier produziert. Als Beispiel dafür reicht ihm immer wieder die milliardenschwere Beteiligung am chinesischen Technologiekonzern Alibaba her.

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Das Plus von Oktober bis Dezember ist hauptsächlich auf Wertsteigerungen bei beiden Vision Funds des Unternehmens zurückzuführen. Sie profitierten zum einen vom Höhenflug der Technologiefirmen an den Aktienmärkten und den Börsengängen mehrerer Beteiligungen.

Essenslieferdienst Doordash verdoppelt Ausgabepreis

Im dritten Geschäftsquartal zu Ende Dezember debütierten allein der Essenslieferdienst Doordash, der seinen Ausgabepreis verdoppelte, und die Eigenheim-Verkaufsplattform Opendoor erfolgreich auf dem Parkett. Kürzlich folgte der Berliner Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1, was dem Softbank-Ergebnis dann im laufenden Quartal helfen dürfte.

Für noch mehr Schwung dürfte der 40 Milliarden Dollar schwere Verkauf des britischen Chipdesigners Arm an den US-Konzern Nvidia sorgen, der derzeit von den Wettbewerbsbehörden geprüft wird.

Aktie hat seit März 250 Prozent zugelegt

Zu Ende Dezember war das 82 Firmen umfassende Portfolio von Softbanks weltweit agierendem Vision Fund 1 mit 90 Milliarden Dollar wieder deutlich mehr wert als der summierte Kaufpreis von etwa 76 Milliarden Dollar. Der Vision Fund 2 kommt inzwischen auf 9,3 Milliarden Dollar im Vergleich zu investierten 4,3 Milliarden Dollar.

Zu Beginn der Pandemie war Softbank noch gezwungen, Anteile etwa an der Telekom-Tochter T-Mobile US zu verkaufen und Aktien zurückzukaufen, um Anleger bei Laune zu halten. Das ist gründlich gelungen: Seit dem Vier-Jahres-Tief im März hat die Softbank-Aktie um rund 250 Prozent zugelegt.

(reuters/gku)

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