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Augmented Reality kann viel mehr als nur Pokémon Go

Pokémon Go wird als Durchbruch für die Technologie der erweiterten Realität gefeiert. Doch die virtuelle Ergänzung der echten Welt ist schon lange in unserem Alltag angekommen. Sechs Anwendungsfälle.

Von Gabriel Knupfer
2016-07-21

Pokémon Go hat dem kriselnden Gamehersteller Nintendo neues Leben eingehaucht. Der Börsenwert der Firma hat sich in den Tagen nach der Lancierung des Spiels mehr als verdoppelt. Dabei ist das Erfolgsrezept recht simpel: Mit Pokémon Go sitzen die Spieler nicht mehr zu Hause vor dem Computer oder am Smartphone. Um Pikachu und Co. einzufangen, muss man raus in die echte Welt, denn die Kreaturen leben in ihrer «natürlichen» Umgebung.

Mit Hilfe von Kamera und GPS-Tracking verschmelzen im Spiel virtuelle und reale Welt zu einer neuen, erweiterten Realität (sogenannte «Augmented Reality»). Das Game wird dafür abgefeiert. «Erstmals trägt die App die junge Technologie aus dem Nischendasein in den Massenmarkt», kommentierte etwa das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel».

Wenig Neues bei Pokémon Go

Nach dem Flop von Google Glass scheint Nintendo endlich einen Weg gefunden zu haben, Augmented Reality in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. Dass die Japaner nun aber richtig abkassieren, ist dennoch eher unwahrscheinlich. Die Papiere von Nintendo haben deshalb zuletzt wieder ziemlich viel von ihren Gewinnen abgeben müssen.

Weder die Idee noch die Anwendung ist neu bei Pokémon Go. Das Spiel ist nicht viel mehr als eine kinderfreundliche Version von Ingress, einem anderen Spiel von Niantic, dem gleichen Entwickler, der auch für Pokémon Go verantwortlich ist. Abgesehen von der Popularität der Kreaturen bei den Millenials ist der Hype deshalb schwer zu erklären.

Denn auch Augmented Reality wird bereits in zahlreichen Bereichen genutzt. Und viele bisherige Einsatzgebiete sind erst noch um einiges sinnvoller, als die Übertragung eines Gameboy-Spiels aus den Neunzigern aufs Smartphone. Hier sind die besten Anwendungen, bei denen virtuelle Objekte, Bilder und Informationen in die Realität integriert werden.

1. Forschung

Erweiterte Realität kommt in zahlreichen Forschungsgebieten zum Einsatz. Sehr vielfältig sind die Möglichkeiten in der Archäologie. Während Ausgrabungen und Erkundungen vor Ort in der Landschaft stattfinden müssen, war die Analyse vieler Daten lange nur am Computer im Büro möglich. Dank Augmented Reality können virtuelle Elemente direkt vor Ort einbezogen werden. 

So können beispielsweise längst verschwundene Gebäude als dreidimensionale Modelle in die Landschaft gesetzt werden, wo sie einst standen. Eine andere Anwendung ist der Einbezug von Informationen aus Karten oder Satellitenbildern. Sie wird nicht nur in der Archäologie eingesetzt, sondern vereinfacht auch die Prospektion im Bergbau und in der Geologie.

2. Medizin

Schon seit 2005 gibt es eine Methode, mit denen der Verlauf von Venen auf die Haut projiziert werden kann. Eine Infrarotkamera schaut den Patienten gewissermassen unter die Haut – und der Arzt bekommt den genauen Ort angezeigt, wohin er mit der Nadel stechen muss.